Buchrezension: Das Feuer der Erde von Leo Aldan

Was passiert, wenn die globale Erwärmung weiter ansteigt? Wie würdet ihr auf drohende Naturkatastrophen reagieren? Gerade in Zeiten der „Fridays for Future“-Bewegung könnte Leo Aldans apokalyptischer Thriller „Das Feuer der Erde“ nicht aktueller sein.

Auf einen Blick

Leo Aldan Das Feuer der Erde

Worum geht’s?

Wir schreiben das Jahr 2029. Auf einer Expedition in die Antarktis macht die amerikanische Vulkanforscherin Dr. Georgina Finley eine erschreckende Entdeckung: Unter dem Eis erwachen hunderte Vulkane. Währenddessen brechen weltweit Erdbeben, Riesenwellen und Stürme aus. Georgina und ihr Team versuchen, Politiker und die Bevölkerung zu warnen, wobei sie auf Ablehnung, Egoismus und sogar Todesdrohungen stoßen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt – kann Georgina den Tod von Millionen von Menschen verhindern?

Struktur und Spannung

„Das Feuer der Erde“ von Leo Aldan liest sich mit seinen etwa 300 Seiten zügig und bleibt von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Am Ende wiederholen sich die Szenarien etwas, abgesehen davon zog mich die dystopisch anmutende Zukunftswelt in ihren Bann. Vielleicht fragt ihr euch, ob Weltuntergangsthriller nicht immer ein bisschen nach Hokuspokus klingen. Genau das ist eine der großen Stärken des Romans: Leo Aldan als promovierter Biochemiker und Forscher versteht es, die erschreckenden Naturszenarien fundiert und glaubwürdig zu schildern, sodass sie zu keinem Zeitpunkt lächerlich wirken. Nebenbei werden die typischen Probleme thematisiert, mit denen sich Forscher(innen) konfrontiert sehen, wie beispielsweise Geldmangel, die Abhängigkeit von Sponsoren und lebensgefährliche Forschungsmissionen.

Leo Aldan Das Feuer der Erde
Wie würdet ihr reagieren, wenn eine Naturkatastrophe eure Heimat zu zerstören droht?

Figuren und Sprachstil

Ein Highlight für mich war die detailliert herausgearbeitete Figurenkonstellation. Ich mochte die Protagonistin Georgina, da sie intelligent und emanzipiert ist, aber sympathische Schwächen hat, z. B. für ihren geheimnisumwobenen Freund Ryan. Den Bösewicht Turkov und den Religionsfanatiker Elias fand ich zu schwarz-weiß inszeniert, andere wie Doktorandin Natascha kamen für meinen Geschmack zu kurz – möglicherweise waren es etwas zu viele Figuren für den geringen Seitenumfang. Super fand ich die Reaktionen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen auf die Apokalypse, durch die man selbst ins Grübeln kommt: Würdet ihr alles als Fake News abstreiten? Euch am Alltag festklammern? Gefährliche Selfies machen? Den Zorn Gottes vermuten? Das Kopfkino wird auf jeden Fall aktiviert.

Fazit

„Das Feuer der Erde“ von Leo Aldan ist kein reißerischer Hokuspokus, sondern ein fundierter, persönlicher und packender Thriller mit nur kleinen Mängeln. Er beschreibt ein Endzeit-Szenario in erschreckend realistischer Weise, regt zum Nachdenken an und lässt uns aus einer anderen Perspektive auf 2019 blicken. Wer sich für Klimakatastrophen interessiert und gerne Thriller liest, wird diesen Roman verschlingen.

Hier geht’s zur Website des Autors, wo ihr euch eine Leseprobe herunterladen könnt.

Das Rezensionsexemplar wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt, hat aber keinerlei Einfluss auf meine Meinung.

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