Rezension: Irland Reiseführer von National Geographic

Ihr plant eine Reise nach Irland? Mit dem Reiseführer von National Geographic hatte ich in meinem Auslandssemester einen ausführlichen und übersichtlichen Ratgeber zur Hand. Ich erzähle euch heute, welche Stärken und Schwächen er meiner Meinung nach hat und ob er für eure Pläne geeignet ist.

National Geographic Reiseführer Irland
Auf eurer Irlandreise sollte der passende Reiseführer nicht fehlen.

Auf einen Blick

  • Titel: NATIONAL GEOGRAPHIC Reisehandbuch Irland
  • Verlagsangaben: NG Buchverlag GmbH 2018, ISBN: 9783955592387, 27,99 € (D)
  • Umfang: 448 Seiten plus Maxi-Faltkarte zum Herausnehmen

Gestaltung und Handlichkeit

National Geographic verbindet ihr vielleicht mit atemberaubenden Naturfotos. Diese werdet ihr auch im Reiseführer wiederfinden: Zahlreiche Bilder und Grafiken ergänzen die umfangreichen Infos, das Design ist farbenfroh, aber geradlinig. Hobbyfotografen finden übrigens gleich auf den ersten Seiten Tipps für die besten Foto-Spots, um den Aufnahmen im Buch nachzueifern.

Die vielen Fotos und Infos fallen wortwörtlich ins Gewicht. So überlegte ich es mir zweimal, den 448-seitigen Wälzer in den Tagestour-Rucksack zu stopfen. Meistens fotografierte ich mir relevante Infos und Karten heraus und nutzte ihn lieber für die ausführliche Planung vorab. Dabei störte mich die zwar stabile, aber sehr steife Bindung, durch die man das Buch geradezu mit beidhändiger Gewalt aufschlagen musste. Unpraktisch, wenn ihr blättern und parallel etwas herausschreiben möchtet.

Aufbau und Inhalt

National Geographic Reiseführer Irland
Wo soll es hingehen? Die Aufteilung nach Regionen ist eine praktische Sache.

Nun aber zu einem großen Pluspunkt: dem Aufbau! Auf 35 Seiten „Geschichte und Kultur“ erfahrt ihr zunächst alles von Wikingern über den Nordirlandkonflikt bis hin zu Gaelic Sports und Pubkultur. Anschließend unterteilt sich der Reiseführer in einen extra Abschnitt über Dublin sowie folgende sechs Bereiche Irlands: Südosten, Südwesten, Westirland, Nordwesten, Midlands und – nicht zu vergessen! –  Nordirland. Diese geographische Aufteilung finde ich im Gegensatz zur oft praktizierten alphabetischen Sortierung sehr übersichtlich. Jedem Teil ist eine Farbe zugeordnet, die ihr über die bunte Seitenmarkierung intuitiv aufschlagen könnt. Abgerundet wird das Buch durch Reiseinformationen mit über 500 Adressen zu Hotels, Essen und Shopping.

National Geographic Reiseführer Irland
Waren die Cliffs of Moher nicht im Westen…? Die gezielte Suche nach Highlights ist nicht so einfach.

Obwohl die Sortierung nach Region Sinn macht, finde ich die Unteraufteilung etwas unglücklich. Denn jedes Kapitel ist in Counties oder unbekannte Landstriche untergliedert, die beim Leser ohne Vorkenntnisse Fragezeichen auslösen. Nehmen wir an, ihr möchtet zu den berühmten Cliffs of Moher reisen. Ihr wisst, dass diese im Westen liegen, aber im Inhaltsverzeichnis sind sie weder unter Südwesten, Westirland noch Nordwesten zu finden. Woher soll man wissen, dass ihnen unter „Westirland“ und dem Punkt „Burren National Park“ ein kleiner Absatz gewidmet ist? Wenn ihr gezielt nach Hotspots sucht, stellt sich das Handbuch also etwas quer. Dafür wird jede noch so kleine Region mit aufgeführt, ihr findet also in jedem Fleckchen Irlands ein Highlight für eure (Rund-)Reise.

National Geographic Reiseführer Irland
Für jede Region und Stadt habt ihr hilfreiches Kartenmaterial zur Hand.

Pro Gebiet findet ihr Hintergrundinformationen zu Geschichte, Persönlichkeiten, Natur und Kultur, sowie zahlreiche Tipps und Adressen. Oftmals gibt es Spezialseiten zu einem Thema (z.B. „Pubs und Musik in Westirland“) oder einer Tour (z.B. den Ring of Kerry), was bei der Reiseplanung sehr nützlich ist. Beeindruckt war ich vom ausführlichen Kartenmaterial: Neben einer herausnehmbaren Maxi-Faltkarte in der hinteren Umschlagseite findet ihr zahlreiche Stadtpläne (teilweise mit Wegbeschreibungen) und Straßenkarten.

Für wen eignet sich der Reiseführer von National Geographic?

Die empfohlenen Sehenswürdigkeiten und Unternehmungen richten sich meiner Einschätzung nach an kulturinteressierte Individualreisende mit Auto. Das Handbuch versteht sich, denke ich, als breites Informationsangebot und weniger als vorgefertigter Urlaubsplan. Tipps für geführte All-Inclusive-Touren, unkonventionelle Shopping-Hotspots oder Alternativen für die Reise mit Bus und Bahn sind hier eher Mangelware (besonders letzteres fand ich schade). Mir als Aktivreisen-Fan kamen Möglichkeiten zum Wandern und Radfahren etwas zu kurz, wohingegen Liebhaber von Burgen, Ruinen und Museen aus einem riesigen Angebot wählen können.

National Geographic Reiseführer Irland
Für Reiseziel Nummer eins Dublin gibt es einen extra Abschnitt inklusive Empfehlungen für Spaziergänge.

Fazit

Das Irland-Reisehandbuch von National Geographic war mir im Großen und Ganzen ein kompetenter Begleiter. Dank buntem Layout und vielen Fotos und Grafiken kommt Vorfreude bei der Reiseplanung auf. Diese sollte man aber lieber zu Hause oder im Hotelzimmer vornehmen, denn für unterwegs ist der Wälzer eher unhandlich und schwer. Gepunktet hat bei mir der geographische Aufbau mit farbigen Markierungen – die Unterteilung in meist unbekannte Regionen ist für Laien dagegen umständlich. Nichtsdestotrotz überwiegt für mich die Pro-Seite, nicht zuletzt dank der vielen Zusatzinfos, dem umfangreichen Kartenmaterial und Adressrepertoire. Flatrate-Touris mit wenig Reisezeit würde ich zu kompakteren Guides raten. Wenn ihr dagegen an umfassenden Infos für eine längere Irlandreise interessiert seid, seid ihr mit dem Reiseführer von National Geographic bestens ausgerüstet! 🙂

Hinweise: Ich habe mir den Ratgeber für meine Irlandreise selbst gekauft und keinerlei Abmachungen mit Autor oder Verlag getroffen.
Der Lesbarkeit halber wurde bei manchen Personenbezeichnungen die männliche Form gewählt, natürlich sind damit aber alle Geschlechter gemeint.

Mehr über Irland lest ihr hier:

Steht eine Reise nach Irland auf eurer Liste? Welche Kriterien sollte ein Reisehandbuch für euch erfüllen?

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