quermedia Januar

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Bücher, Serien, Filme, Musik, soziale Netzwerke, Blogs – Herzlich Willkommen in der Welt der Medien. Oder im Konsumrausch. In einer Welt, in der Anbieter sich um unsere begrenzte Aufmerksamkeit streiten, verliert man schnell den Überblick. Wir auch. Deswegen, und weil unsere „Quer durch“-Monatsrückblicke längenmäßig ausufern, haben wir uns eine zusätzliche Form des Zurückblickens überlegt, der sich ganz auf unseren medialen Konsum bezieht und euch hoffentlich mit nützlichen Rezensionen und Anregungen versorgt. Wir freuen uns über eure Meinungen und die ein oder andere Diskussion!

Gelesene Bücher

Iris: Ich habe für meine Arbeit unzählige Bücher gelesen, daher war mein Hirn am Feierabend nur noch zu Angry Birds und Dschungelcamp zu gebrauchen … Dafür habe ich mit „Eleanor & Park“ in einer irischen Buchhandlung für gebrauchte Bücher ein ganz zauberhaftes Werk entdeckt.

Big Magic von Elizabeth Gilbert (noch Ende 2018 gelesen): Es geht um den Umgang mit Kreativität, Inspiration und was die Autorin Künstlern rät.

Meinung? Ich kenne den Bestseller Eat Pray Love der Autorin nicht, deswegen kann ich den Schreibstil leider nicht mit ihren anderen Werken vergleichen: Mir ist nämlich aufgefallen, dass sie (zumindest in der deutschen Übersetzung) sehr einfach und in kurzen Sätzen schreibt, das kann man mögen oder nicht. Sie ordnet Kreativität und Inspiration einer gewissen Magie zu und stilisiert sie als Dinge, mit denen wir einen Vertrag eingehen, mir war das jedoch viel zu viel Hokuspokus. Gefallen haben mir ihre Beispiele von Künstlern, die ihren eigenen Weg im Umgang mit der Kreativität gefunden haben. Und, dass jemand über Inspiration schreibt, ist irgendwie auch inspirierend. Das große Mindblowing-Buch war es für mich jedoch nicht.

Empfehlung? Ich fand das Buch nicht schlimm und bereue nicht, es gelesen zu haben, hatte mir jedoch deutlich mehr davon versprochen. Kann man zur Bereicherung lesen, wenn man sich selbst als kreativ wahrnimmt.

Eleanor & Park von Rainbow Rowell: Eleanor, 16 und nach eigener Aussage füllig, lebt in einem prekären Haushalt, besitzt kaum eigene Kleidung, darf nicht mal nach der Schule außer Haus und wird von ihrem Stiefvater drangsaliert. Sie ist die Neue in der Klasse. Park, 16 und zarter Halbkoreaner, wird von seinem Vater unter Druck gesetzt, anders zu sein, als er eigentlich ist. Eines Tages treffen sich die beiden im Schulbus.

Meinung? Rowell erzählt die Liebesgeschichte der beiden Teenies abwechselnd aus deren Sichtweise, was mir beim Lesen sehr viel Spaß bereitet hat. Sie schafft es, beim Leser unangenehme Erinnerungen an die eigene Teenagerzeit zu wecken: einer Zeit, in der die Türen beim Treffen zum Beispiel offen bleiben mussten. Gleichzeitig spielt sie kreativ mit der Sprache, ohne dabei zu übertreiben. Ich wusste immer genau, warum Eleanor gerade so fühlte und handelte, wenn sie etwa nicht glauben konnte, dass jemand sie liebt und ihr nahe sein möchte. Oder wenn sie versuchte, ihre Herkunft zu verbergen. Das Ende hat es emotional nochmal in sich, aber nicht auf die romantische Weise! (Und das sagt euch jemand, der beim Lesen lediglich bei Dumbledores Tod heulte.)

Empfehlung? Unbedingt! Allerdings für die englischsprachige Ausgabe (sehr leicht zu lesen!), ich weiß nämlich nicht, ob die deutsche Übersetzung die Einfühlsamkeit annähernd transportieren kann.

Franzi: Ich habe zwei relativ bekannte Bücher gelesen – beim einen konnte ich den Hype teilen, beim anderen weniger.

Looking for Alaska von John Green (eigentlich noch in 2018 gelesen): Es geht um den Außenseiter Miles, der auf einem Internat endlich Freunde findet – und das freche, geheimnisvolle Mädchen Alaska kennenlernt. Und dann passiert etwas Tragisches…

Meinung? Das Buch ist schlüssig geplottet und als Teenager kann man sich sicherlich mit einer der Figuren identifizieren. Als störend empfand ich, dass der Autor den Figuren seine eigenen Erkenntnisse in den Mund legt, was wohl geistreich wirken soll, aber einfach nicht zum sonstigen Verhalten und Alter der sonst trinkenden und rauchenden Teenies passt. Die schablonenhafte Figurenzeichnung hat den ganzen Roman etwas vorhersehbar gemacht.

Empfehlung? Für Jugendliche auf jeden Fall unterhaltsam und auch tröstlich, wenn es darum geht, mit Verlust oder Schuld umzugehen. Den Hype um das Werk kann ich allerdings nicht teilen.

quermedia Januar 2019

The Book Thief von Markus Zusak: Im internationalen Bestsellerroman „Die Bücherdiebin“ (der übrigens im Original auf Englisch erschienen ist) erzählt der Tod aus seiner Sicht vom Dörfchen Molching während der Nazizeit. Hier erlebt ihr den Mikrokosmos von Liesel, einem adoptierten Mädchen, und Max, einem Juden auf der Flucht.

Meinung? Die auktoriale Perspektive des Todes sowie die lexikonartigen Einschübe und Skizzen sind außergewöhnlich kreativ. Mir gefällt außerdem der detaillierte Stil, durch die Szenen wie in einem Film vor dem inneren Auge ablaufen. Die Handlung an sich schlingert etwas ziellos vor sich hin, da die Figuren tagebuchartig auf die äußeren Ereignisse reagieren, es aber keinen zusammenhängenden Erzählbogen gibt. Dadurch entstehen ein paar Längen sowie etwas verwirrende Zeitsprünge. Auch die Bücherdiebstähle sind nicht so zentral, wie der Buchtitel vermuten lassen würde. Ich würde sagen, dass die Kunst des Romans darin besteht, aus einem vielfach behandelten geschichtlichen Ereignis ein so persönliches und emotionales Drama herauszukristallisieren und das auf eine Erzählweise der besonderen Art. Die Geschichte von Liesel und Max gibt dem Alltag in Kriegsdeutschland ein Gesicht.

Empfehlung? Sollte man gelesen haben! Hier erlebt ihr einen außergewöhnlichen Blick auf ein Mädchen, einen Juden und den Tod im Zweiten Weltkrieg.

Gesehene Serien

Iris: Derzeit schaue ich lieber mein Guilty Pleasure Dschungelcamp auf RTL; eine kleine Serie mit 6 Folgen war dennoch dabei.

Baby, Staffel 1 (Netflix): Wohlhabende Teenager aus den reichen Vierteln Roms kommen mit diversen Alltagsproblemen nicht zurecht und sind in allerhand illegalen Kram (Drogen, Prostitution) verstrickt. Basiert auf einer wahren Geschichte.

Meinung? High School-Serien catchen mich automatisch, so auch „Baby“. Der Unterschied zu den typisch amerikanischen Produktionen ist allen voran, dass die Serie italienisch ist, was zum Beispiel die Liebe zu den motorisierten Rollern erklärt. Ich mochte die düstere und stets etwas gefährlich bis bedrohliche Atmosphäre, die unterschwellig andeutet, dass sich die Teenies gerade in ernste Probleme verwickeln. Auch die SchauspielerInnen, vor allem die beiden Hauptprotagonistinnen, machten ihre Sache gut und facettenreich.

Empfehlung? Ja, wenn man nebenbei etwas laufen lassen möchte. Wobei einige Szenen und Aufnahmen durchaus die volle Aufmerksamkeit verdienen.

Franzi: Bei mir gibt es keine Überraschung: Ich habe lediglich Orange Is The New Black weitergesuchtet.

Orange Is The New Black Staffel 4: Die vierte Staffel von OITNB dreht sich um ein überbelegtes Gefängnis, Gangrivalität, Wärter mit Machtproblemen und einen Mord im Gemüsebeet. Piper zeigt eine neue Seite an sich, weitere Nebenfiguren erzählen ihre Hintergrundgeschichte und die Serie setzt weiterhin auf ihre bewährte Dynamik der sozialen Gefüge im Frauenknast.

Meinung? Staffel vier ist düsterer und politischer als die Vorherigen, sodass einem die Belustigung manchmal im Hals stecken bleibt. Nichtsdestotrotz bleibt sich die Serie in ihren vielschichtigen Beziehungen, ihren Dialogen und ihrem Humor treu.

Empfehlung? Auch wenn man merkt, dass langsam die Ideen ausgehen und manche Nebenhandlungen notgedrungen ins Drehbuch gestopft werden, ist die Serie weiterhin ein Vergnügen.

Orange Is The New Black Staffel 5: Es gibt einen Aufstand und alles steht Kopf – in dieser Staffel ist nichts wie in den vorherigen.

Meinung? Die Stimmung ist wieder lockerer, teilweise sogar albern (eine Castingshow und ein GNTM-würdiges Umstyling erfreuen die Fanherzen), nichtsdestotrotz gibt es auch diesmal herbe Kritik zwischen den „Zeilen“.

Empfehlung? Wenn ihr die beiden vorherigen Staffeln als Durststrecke empfunden habt – in der fünften bricht die Serie mal aus dem gewohnten Gange aus. Wortwörtlich.

Hier nochmal der Trailer zu Staffel 1, wenn ihr die Serie noch nicht gesehen habt:

Geschaute Filme

Iris: Ich habe einen interaktiven Film auf Netflix gesehen:

Black Mirror – Bandersnatch (Netflix): Spieleentwickler Stefan möchte im Jahr 1984 mit seiner Idee für ein interaktives Videospiel durchstarten. Metaebene: Beim Ansehen können die Zuschauer selbst via Mausklick Entscheidungen zum Ausgang des Films treffen.

Meinung? Auf meinen ersten interaktiven Netflix-Film war ich schon sehr gespannt. Kurzum: Es hat mich verstört. Die Metaebene vermischt sich mit dem Inhalt und ich konnte oft nicht erkennen, welche meiner Entscheidungen wohin geführt hat. Jedesmal katapultierte es mich an eine andere Stelle zurück, sodass ich manche Entscheidungen sogar dreifach treffen musste. Auch die Videospielthematik aus den 80ern konnte mich null begeistern.

Empfehlung? Wer mal einen interaktiven Film ausprobieren möchte, kann das gerne tun. Empfehlen kann ich ihn allerdings absolut nicht. Ich habe euch gewarnt!

Franzi: Im Januar habe ich keine Filme geschaut.

Gehörte Lieder

Iris: Ich habe WTF von HUGEL feat. Amber van Day für mich entdeckt – ganz zufällig ist das Lied der diesjährige Titelsong vom Dschungelcamp. Nicht, dass ich mich das Trash TV in irgendeiner Weise beeinflusst hätte, nein, nein.

Franzi: Musikalische Neuentdeckungen gab es im Januar keine. Stattdessen mal wieder Klassiker von Ed Sheeran wie Give me love, Perfect, Castle on the hill – habt ihr einen Favoriten?

Gespielte Games & genutzte Apps

Iris: Da habe ich mich, wie ihr im letzten Rückblick schon lesen konntet, weiterhin hauptsächlich in Angry Birds 2 verausgabt.

Franzi: Ich musste im Januar so einiges einscannen – und das geht auch ohne Büromultifunktionsgerät oder kompliziertes Gimp-Konvertieren. Mit der App „Tiny Scanner“ kann man Dokumente einfach abfotografieren oder hochladen, zuschneiden, Helligkeit und Kontrast bearbeiten und direkt per E-Mail (oder über soziale Medien) teilen. 

Genetzwerkter Content

Iris: Auch das ist ein Dschungel-Insider: Der User anredo machte sich über den „Miracle Morning“ von Bastian Yotta lustig.

Franzi: Ich habe in diesem Monat oft auf dem Account von lu_coaching vorbeigeschaut. Die Personal Trainerin gibt regelmäßig Tipps zu Übungsausführungen im Gym, Muskelaufbau und Ernährung.

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Presseschau & Werbekosmos

Iris: Hiermit gebe ich offziell Anja Rützel die Schuld an meinem Dschungelcamp-Konsum! Ihre Kolumnen zu der Trash-Sendung sind herrlich kreativ und bersten vor humorvollen Neologismen sowie ausufernder Metaphorik.

Franzi: Im Werbekosmos war im Januar leider nichts Diskussionswertes für mich dabei.

Geliebte Blogposts

Iris: Mir fehlte leider nicht nur die Zeit zum Durchklicken, sondern auch eine stabile Wlan-Verbindung. Daher bleibt diese Spalte heute leer bei mir.

Franzi: Ich konnte mich gut mit dem Blogpost 4 Gründe einem abgebrochenem Buch eine zweite Chance zu geben auf Ritas Blog Schwarzbuntgetreift identifizieren. Auf der einen Seite möchte ich keine Zeit mehr mit meiner Meinung nach „schlechten“ Bücher verschwenden. Andererseits muss ich dem Absatz „Geschmäcker ändern sich mit der Zeit“ zustimmen. So fand ich beispielsweise als jugendlicher Fantasy-Fan anspruchsvolle Dramen oft zu abstrakt oder langweilig, während ich sie jetzt oft als Lesegenuss empfinde. Wie hat sich euer Lesegeschmack gewandelt?

Geschriebene Blogposts

Iris: Ich habe darüber nachgedacht, aus welchen Gründen wir jeden Morgen aufstehen, über meine Erfahrungen mit Homeoffice berichtet, ein Rezept für gesunde Gemüsepuffer mit Chia Samen und ein Rezept für einen Low carb-Snack mit Chia Samen.

Franzi: Von mir gab es unsere Weihnachtsreise nach Galway und Cork in Teil 1 und Teil 2 sowie Tipps für einen Aktivurlaub in Irland. Zu unserer gemeinsamen Aktion Gesund essen mit Chia Samen habe ich ein Frühstück mit Chia Samen sowie einen Salat mit Chia Samen beigetragen.

Das war’s mit unserer Medienlese im Januar! Habt ihr etwas davon auch gelesehen, gesehen oder gehört? Oder seid irgendwo ganz anderer Meinung? Oder habt einfach Lust, euren Senf abzugeben? Dann raus damit, wir freuen uns schon drauf!

Hier geht´s zu unserem letzten Rückblick quermedia Dezember.

Übrigens dürft ihr diese Art des Rückblicks gerne kopieren, uns im Beitrag verlinken und selbst auf eurem Blog beantworten – wir sind gespannt!

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