Aktivurlaub in Irland

Aktivurlaub in Irland

Woran denkt ihr, wenn ihr Irland hört? Kleeblattwiesen und Klippen? Nach einem halben Jahr in Dublin kann ich euch bestätigen, dass genau diese Bilder die grüne Insel ausmachen. Und noch so einige mehr. Wenn ihr Lust habt, Irland auf die aktive Art zu entdecken: Hier kommen drei Tipps für Radfahrfans, Wanderlustige und Wasserratten!

Irland für Radfahrer: Dublin und Wicklow Mountains

In Irland gibt es einige populäre Radwege wie den Ring of Kerry oder Abschnitte des Wild Atlantic Way. Wer aber gerade sowieso ein bisschen Stadtluft in Dublin schnuppert, dem kann ich die Touren in die Dublin oder Wicklow Mountains wärmstens empfehlen. Von Dublin aus könnt ihr beispielsweise zur Sally Gap im Wicklow Mountains Nationalpark radeln (Dauer: etwa 5 Stunden reine Fahrtzeit), in dem der Film „P.S. Ich liebe Dich“ gedreht wurde. Auf dem Weg habt ihr eine tolle Aussicht über die Stadt und das Meer, ihr passiert Heidefelder, grüne Hügel und unzählige Schafe.

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Auf den asphaltierten, einsamen Straßen fährt es sich trotz Steigungen angenehm.

Eine kürzere Tour führt über Glencullen nach Enniskerry (Dauer: etwa 3-4 Stunden hin und zurück, Pausen nicht inbegriffen), wo ihr den Powerscourt Waterfall oder die Powerscourt Gardens besuchen könnt. Wer dagegen eine Herausforderung sucht, dem empfehle ich eine Tagestour nach Glendalough. Startpunkt ist das Küstenörtchen Greystones, zu dem ihr mittels der DART (einer Art innerstädtischer Eisenbahn) von Dublin aus gelangt. Im Glendalough-Tal gibt es das berühmte Klosterdorf rund um den mystischen St. Kevin sowie Bergseen zu bestaunen (Dauer: etwa 8 Stunden ohne Pause).

Für alle vorgeschlagenen Radtouren solltet ihr eine Grundfitness und einiges an Puste mitbringen. Mini-Radtouren könnt ihr ansonsten innerhalb der Stadt mit den Dublin Bikes (Leihfahrädern, die ausschließlich fürs Zentrum angeboten werden) unternehmen. In meinem Beitrag Ausflugsziele rund um Dublin findet ihr Zusatzinfos, falls ihr die Touren beispielsweise mit einer Wanderung kombinieren möchtet.

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Heide, Hügel, Flüsse und Farne gestalten die Landschaft abwechslungsreich.

Tipp: Fahrräder könnt ihr euch in mehreren Bike Shops in der Stadt ausleihen – beispielsweise beim Belfield Bike Shop für 50 Euro/Person und drei Tage. Egal, für welche Tour ihr euch unterscheidet, auf den durchgängig asphaltierten, sehr wenig befahrenen Straßen macht es Spaß, durch die Landschaften zu preschen. Hier üben auch Rennradfahrer für den nächsten Triathlon oder Iron Man (die übrigens auch in den Dublin Mountains stattfinden). Probiert doch mal aus, ob ihr mithalten könnt! 😉

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Und noch ein Tipp: Um die Versorgung kümmert ihr euch aber am besten selbst. Es gibt eher wenig Dörfchen mit Pubs auf den Strecken, ihr solltet euer Wurstbrot (oder den Falafel-Wrap) also am besten im Rucksack dabeihaben.

 

Irland für Wanderer: Dingle Island

Ein kunterbuntes Fischerdorf mit urigen Pubs sowie eine atemberaubende Kulisse erwarten euch auf der Halbinsel und im gleichnamigen Ort Dingle.
Tipp zur Anreise: Um auf der Insel mobil zu sein, empfehle ich euch – wie für viele dünn besiedelte Bereiche Irlands –  einen Mietwagen. Diesen solltet ihr in eurer Reisegruppe am besten von jemandem über 25 fahren lassen, denn darunter winken horrende Jungfahreraufschläge. Beachtet außerdem, dass bei vielen Mietwagenverleihs der Fahrer zugleich der Kreditkarteninhaber sein muss, über den die Reservierung läuft. Und natürlich sollte jemand fahren, der keine Scheu hat, auf der rechten Seite am Lenkrad zu sitzen (das „Tock“ der rechten Hand, die zur Kupplung greifen will, wird dafür garantiert für Erheiterung sorgen).

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Haltet auf dem Conor Pass unbedingt bei der Aussichtsplattform (mit Parkplätzen) und genießt den Ausblick.

Wir sind damals zu acht in zwei Mietwagen von Dublin nach Dingle gefahren (Dauer: etwa 5 Stunden), pro Kopf betrugen die Kosten inkl. Benzin etwa 50 Euro für das komplette Wochenende. Für weitere 40 Euro/Person mieteten wir zwei Nächte in einem Airbnb-Ferienhäuschen für uns alleine. Alternativ könnt ihr auch mit dem Zug nach Tralee und von dort mit dem Bus nach Dingle gurken (was etwa 7 Stunden dauert), seid auf der Insel selbst aber natürlich dann weniger flexibel.

Aber was tut man nun in Dingle? Meine Empfehlung: Fahrt mit dem Auto über den Conor Pass (den höchsten Bergpass Irlands) zum Norden der Insel – auf der schmalen Holperstraße sehr ihr atemberaubende Berge, Wasserläufe quer über die Straße, leuchtend grüne Hügel, Seen und Schafe. Beim Ort Cloghane biegt ihr nach links ab, zuckelt am Meer entlang und macht in Faha Halt auf einem Wanderparkplatz.

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Beim Aufstieg auf den Mount Brandon lohnt sich ein (vorsichtiger) Blick zurück.

Von dort wandert ihr den einzigen Trampelpfad über Schafweiden entlang, passiert Geröllfelder und Felsen und besteigt schließlich den 952 Meter hohen Mount Brandon mit atemberaubender Sicht auf das Meer zu beiden Seiten der Insel sowie auf die benachbarte Halbinsel, auf der der Ring of Kerry ähnliche Naturspektakel bereithält. Details könnt ihr dieser Streckenbeschreibung entnehmen. Ohne Pause benötigt ihr etwa 5 Stunden für Auf- und Abstieg.

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Rund um Dingle Island habt ihr tolle Ausblicke entlang des Slea Head Drive.

Man sollte eine gewisse Grundfitness und festes Schuhwerk mitbringen, aber auch unerfahrene Wanderer können den Weg auf jeden Fall bewältigen. Zur Belohnung empfehle ich euch einen entspannten Abend mit Livemusik im Pub. Am Folgetag könnt ihr euren Muskelkater bei einer Küstentour mit dem Auto auf der Panoramastraße Slea Head Drive auskurieren. 

Irland für Surfer: Bundoran

Für diejenigen, für die die bisherigen Alternativen zu wenig Adrenalin beinhalten: Donegal, das County im Nordwesten Irlands, ist ein Paradies für Surfer. Hier gibt es Surfschulen wie Sand am Meer und manche bieten auch Alternativkurse zu Stand-up-Paddeln oder Kajakfahren an. Wir buchten ein klassisches Surfwochenende nach Bundoran für 99 Euro/ Person. Inklusive sind der Shuttlebus von Dublin aus (Fahrtzeit: etwa 5 Stunden), zwei Surfstunden, zwei Übernachtungen im Surf-Hostel und ein Freizeitprogramm (Yoga, Grillen, Spaziergänge, teilweise gegen Aufpreis) – hier geht es zum Angebot. In der Surfschule könnt ihr Leute aus aller Welt kennenlernen oder einfach mit eurer Clique Spaß haben.

An den beiden Vormittagen wurden uns in der Surfschule ein Neoprenanzug sowie Surfschuhe gestellt, anschließend schaukelten wir in einem Van zum nahegelegenen Rossnowlagh Beach, an dem es – ideal für blutige Anfänger wie uns – einen seichten Sandstrand und etwa mannshohe Wellen gibt. Wir hatten im September etwa 13 Grad mit einer fast gleichen Wassertemperatur. Dank Neoprenanzug mussten wir aber kaum frieren.

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An Land zeigte uns der freundliche Surflehrer, wie man auf dem Brett liegt und steht, die Welle mitnimmt und elegant aufspringt – leichter gesagt als getan! Zum Glück sind die Surflehrer auch im etwa schulterhohen Wasser zur Stelle und geben den ein oder anderen hilfreichen Schubs. Nach zwei Tagen und sechs Stunden Übung schaffte ich es sogar, für ein paar Sekunden Richtung Ufer zu surfen, bevor ich einen Mr. Bean-würdigen Abgang machte. Was meint ihr, hättet ihr den Bogen schneller raus?

Abseits vom Surfen bietet Bundoran nichts Besonderes, ich empfehle euch aber einen Küstenspaziergang entlang des Wild Atlantic Way – oder ihr feiert abends noch eine Runde im Pub. Denn das geht in Irland wirklich überall.

Was wäre euer Favorit für einen Aktivurlaub in Irland: Radfahren, Wandern oder Surfen?

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