Weihnachten in Irland Teil 2

An Weihnachten kann man Zeit mit der Familie verbringen und sich mit Gansbrust und Plätzchen mästen. Muss man aber nicht. An diesem Weihnachten sind wir mal allen Traditionen entflohen und haben die Feiertage bei frühlingshaftem Wetter in Galway und Cork verbracht. Im ersten Teil unserer Reise staunten wir über Riesenklippen, Connemara-Ponys und die Heiligabend-Pubkultur. Weiter geht’s mit dem zweiten Teil!

Tag 5: Christmas Swim und selbstgemachter Shepherd’s Pie

Wenn ihr Weihnachten in Irland verbringen möchtet, solltet ihr wissen, dass am 25., dem „Christmas Day“, das ganze Land im Tiefschlaf liegt. Es fahren weder Busse noch Züge und nicht nur die Läden, sondern auch die Gastronomie und alle Kultureinrichtungen haben geschlossen – achtet also darauf, dass ihr genügend Proviant in eurer Unterkunft habt! Wir spazierten vormittags etwa eine Dreiviertelstunde nach Salthill, einem Teil Galways, in dem das alljährliche Christmas Swim stattfindet. Auf dem Fußweg am Fluss Corrib und schließlich dem Meeresufer entlang hat man eine tolle Kulisse.

Weihnachten in Irland
Der Fluss Corrib mündet direkt in die Galway Bay.

In Salthill wagten sich dann tatsächlich zig verrückte Iren und Irinnen (und ihre Hunde) von einem Steg aus in die eisigen Fluten und das für einen guten Zweck. Nachdem wir das Spektakel in unseren warmen Jacken (okay, es hatte dennoch frühlingshafte 13 Grad) verfolgt hatten, gab es in unserer Airbnb-Bude selbstgemachten Shepherd’s Pie, eine Art Hackfleischauflauf mit Kartoffelpürreeschicht. Alles in allem ein ruhiges, sparsames, harmonisches Weihnachtsfest – und das beste, das ich je erlebt habe.

Weihnachten in Irland
Christmas Swim in Salthill, Galway – wärt ihr dabei?

Tag 6: Auf nach Cork

Am Morgen des 26. reisten wir mit dem Bus – auch diesmal war es der Citylink (18€/Student*in bei Onlinebuchung) – weiter nach Cork. Drei Stunden später kamen wir an und hatten noch zwei Stunden Zeit bis zum Check-in bei der nächsten Airbnb-Unterkunft. Auch am St. Stephen’s Day, wie der Feiertag in Irland heißt (im UK sagt man übrigens meist Boxing Day), haben nur vereinzelte Läden und Restaurants offen, informiert euch also am besten im Voraus über die Öffnungszeiten. Im „The Pantry“, einem gemütlichen Café im Merchants Quay Shopping Centre, bestellten wir schwarzen Tee, Lasagne mit Pommes und Salat, zwei riesige Chocolate Fudge-Tortenstücke sowie zwei Tassen Kaffee und haben dabei nur 17,50€ pro Scheunendrescher gezahlt.

Weihnachten in Irland
Pommes zur Lasagne – dekadent, aber lecker!

Nach dem Einchecken in unserem zum Glück einwandfreien Airbnb-Zimmer machten wir uns am späten Nachmittag auf zu einer Erkundungstour durch die Innenstadt, die glücklicherweise erneut nur fünf Minuten entfernt lag. So einfach hatten wir es im Urlaub tatsächlich noch nie! Was es über Cork zu sagen gibt? Nun, es gibt ein paar Sehenswürdigkeiten wie den Old English Market (an Tag 7 besucht), die Art Gallery und das Buttermuseum (beides am 26. geschlossen), die man sich mal ansehen kann. Das Stadtbild im Ganzen ist eher unspektakulär und nicht sehr „Großstadt-like“, da das Zentrum sehr kompakt ist und ohne Wolkenkratzer oder Bürokomplexe auskommt. Im Gegensatz zu den typischen Dubliner Backsteinhäuschen sind die Gebäude in Cork meist quadratisch, flach und bunt.

Am schönsten fand ich das Viertel Shandon mit verwinkelten Gässchen und mittelalterlichem Charme. Das trübe Wetter schlug uns dabei etwas aufs Gemüt, aber immerhin gab die omnipräsente Weihnachtsbeleuchtung alles, die Stadt in Szene zu setzen. Im Pub „The Crane Lane Theatre“ ließen wir den Abend mit einem Murphy’s Stout (wie Guinness, aber milder) und einem Appleman’s-Cider (je für ca. 5 €/Pint) ausklingen.

Tag 7: Schlendern & Shopping

Am nächsten Vormittag bummelten wir erneut durch die Stadt und sahen uns im Buchladen „Vibes & Scribes“ um, der sowohl neue als auch gebrauchte Bücher im Angebot hat. Im Old English Market hatten die meisten Stände noch geschlossen, ansonsten ist er aber sicher einen Besuch wert. Um ein bisschen frische Luft zu tanken, wollten wir zum Glen River Park spazieren, was sich allerdings als Flop herausstellte. Wir irrten an der Hauptstraße entlang und durch vermüllte Vorstadtviertel, um anschließend bei der Suche nach dem Parkeingang aufzugeben. 😀 Immerhin hatten wir Bewegung und gönnten uns als Belohnung (wofür auch immer) die Reste unseres Shepherd‘s Pies zu Hause.

Nachmittags waren wir in Shoppinglaune – hier bietet Cork wirklich viele Möglichkeiten. Um einige Pullis und Leggins reicher (unseren „Fashionhaul“ gibt’s übrigens als Story-Highlight auf Instagram), ging es anschließend ins Bistro Café, in dem wir uns mit einem leckeren Banoffee Cake und einem Cappuccino (Kosten: ca. 6 €/Person) stärkten.

Weihnachten in Irland
Gesundes Abendessen: Salat mit gegrilltem Lachs

Falls ihr fürs Abendessen eine leichte, gesunde Variante sucht: Wir haben im mediterranen Restaurant „Nosta“ zwei gesunde Salate (Iris mit Seafood und ich mit gegrilltem Lachs) bekommen und fanden das etwas im Stil gemixte, aber ruhige Ambiente angenehm. Dazu tranken wir das IPA Cute Hoor, das mit seiner bitteren Note schon sehr gewöhnungsbedürftig ist (um ehrlich zu sein: Bäh!). Insgesamt zahlten wir pro Person etwa 18 Euro für Essen und Getränke.

Tag 8: Goodbye und Fazit

Weihnachten in Irland
Ein typisch irischer Pub in Cork – so ähnlich aber überall in Irland zu finden!

Am letzten Tag hüpften wir früh in den Bus zurück nach Dublin (Bus Aircoach, ca. 19€/Person, wenn ihr direkt zum Flughafen wollt), der erneut etwa drei Stunden braucht. Unser Fazit? Am besten haben uns die beiden Naturausflüge zu den Cliffs of Moher und durch Connemara gefallen. Galway ist recht idyllisch, Cork dagegen unspektakulär. Das trübe Wetter war etwas bedrückend. Insgesamt würde ich aus meiner bisherigen Zeit in Irland heraus empfehlen, die Sommermonate beim Wandern oder Radfahren im Grünen zu verbringen, denn die Natur ist der große Pluspunkt der Insel. Um die Pubkultur kennenzulernen, reicht ein kurzer Aufenthalt in Dublin, Galway oder einem der zahlreichen kleineren Städtchen allemal – Cork ist dagegen eher gut für Shoppingfans. Wir sind auf jeden Fall zufrieden heimgefahren und haben uns gut erholt. Beim nächsten Urlaub im Frühling oder Sommer geht es dann auch bei uns wieder aktiver zu!

Den ersten Teil unserer Reise könnt ihr hier nachlesen.

Unsere Irlandreise sowie unsere Parodie auf Roomtours und Fashionhauls findet ihr übrigens als Story-Highlights auf Instagram!

Wart ihr schon einmal in Irland? Was waren eure Highlights? Würdet ihr an Weihnachten verreisen wollen?

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