Warum stehe ich überhaupt auf?

Hin und wieder treffe ich auf Menschen, die mir berichten, dass sie kein wirkliches Ziel im Leben haben, sich treiben lassen und sich dabei sogar ratlos bis verloren fühlen. Ich frage sie dann provokant: Wofür stehst du jeden Morgen aufs Neue auf? Was brennt in dir? Was gibst du deiner Umwelt? Was erwartest du vom Tag?

Nun, es gibt viele Gründe, morgens aufzustehen. Der wohl einfachste ist die biologische Tatsache, dass man über Nacht nicht gestorben ist. Haha. Ein anderer Grund kann die Arbeit sein, um sich finanziell über Wasser zu halten. Sind Kinder, Pflegebedürftige oder Tiere im Haus, stehen Familienmitglieder auf, weil diese in Abhängigkeit von ihnen leben, sie brauchen.

Dann gibt es Menschen, die ein klares Ziel vor Augen haben, ihren ganz persönlichen Traum, für den sie jeden Tag liebend gerne ein Stückchen tun. Wiederum andere haben eher eine Vision von sich in der Welt, einen Auftrag, den sie erfüllen möchten. Und dann sind da noch die Menschen, die aus der puren Lust am Leben aufstehen und sich auf einen genussvollen und glücklichen Tag freuen. Ich bin mir sicher, dass es noch unzählige weitere Motive gibt, die sich mir nur noch nicht gezeigt haben. Zu welcher Gruppe gehört ihr?

Finde deinen persönlichen Grund

Wenn bei euch gerade kein Grund ersichtlich ist, jeden neuen Tag willkommen zu heißen, solltet ihr am besten schleunigst herausfinden, woran das liegt. Befindet ihr euch gerade in einer bestimmten Lebensphase oder seid ihr dauerhaft erschöpft und antriebslos, weil euch nichts mehr Spaß macht? Dahinter kann unbemerkt eine depressive Stimmung bzw. Depression liegen, wegen der ihr unbedingt zu einem Arzt solltet!

Aber malen wir nicht den Teufel an die Wand, sondern gehen davon aus, dass man sich in manchen Phasen einfach unsicher ist, was man gerade will oder tun soll.

Schritt 1: Frage des Typs

Spontan aus dem Bauch heraus: Welchem der genannten Typen entsprecht ihr? Seid ihr eher pragmatisch, steht morgens auf, weil ihr eure Karriere liebt und viel Geld verdienen möchtet? Oder habt ihr Angehörige, die ihr liebt und um die ihr euch kümmern wollt/müsst? Oder seht ihr in eurer Existenz eine Aufgabe, die ihr erfüllen möchtet? Egal, was es ist, es steht keinem von uns zu, die Gründe anderer Leute zu beurteilen: leben und leben lassen. Also habt keine Angst, wenn eure Motivation von der Gesellschaft vielleicht als unehrenhaft angesehen wird.

Schritt 2: Was macht euch Spaß?

Ich habe dieses Gedankenspiel schon öfter mal in unseren Blogposts erwähnt und finde, dass es nach wie vor zu wenig Aufmerksamkeit bekommt (ich habe es im Übrigen auf der Plattform Zeit zu leben gelesen):

Stellt euch vor, ihr hättet alles Geld der Welt zur Verfügung und müsstet euch um nichts mehr Sorgen machen, keine Altersvorsorge, keine Krankheiten, keine Arbeit. Was würdet ihr dann den lieben langen Tag tun?

Ich zum Beispiel würde meine Zeit dazu nutzen, ehrenamtlich mit obdachlosen Hunden zu arbeiten und auch zweien davon ein neues Zuhause zu schenken. Weiterhin würde ich gerne einen Roman schreiben wollen, mich quer durch alte und neue Literatur lesen und jeden Tag zum Sport gehen, nachdem ich mich mit den gesündesten Öko-Bio-Zutaten ernährt habe. Außerdem würde ich einen Blog ins Leben rufen, über den ich meine Gedanken teilen, die kreative Seite in mir ausleben und nebenbei anderen Menschen vielleicht zu neuen Erkenntnissen verhelfen kann.

Schritt 3: Einfach machen!

Wisst ihr was? Die meisten dieser Dinge habe ich verwirklicht. Denn – surprise, surprise – ihr habt doch nur dieses eine Leben und auch das ist viel zu kurz, um es mit Sorgen und Unglück zu füllen. Ihr habt keinen Spaß bei der Arbeit? Dann kündigt bitte und tut das, was euch gefällt! Ihr seid in einer unglücklichen Beziehung? Dann überwindet euch und sucht nach einem/r Partner/in, der/die eure Bedürfnisse besser erfüllen kann!

Und wer zwingt euch überhaupt zu irgendetwas? Warum habe ich zum Beispiel letztes Jahr so viele Bücher gelesen, die ich überhaupt nicht lesen mochte, aber die eben auf meinem SuB lagen, weil ich sie mal irgendwo geschenkt bekommen habe? In dieser Zeit hätte ich das lesen können, was mir wirklich Freude bereitet. Nur, weil diese Bücher mal Geld gekostet haben, ist das kein Grund, dass ich damit meine Lebenszeit verschwenden muss. Wohlgemerkt kann ich das natürlich tun, aber eben nicht aus einem falschem Pflichtgefühl heraus.

Mit diesem Blogpost möchte ich an euch appellieren, öfter mal aus alten Mustern und Gewissensbissen auszubrechen und euer Leben mit Spaß zu füllen. Dann findet ihr auch wieder den einen oder sogar mehrere Gründe, jeden Morgen aufzustehen.

Warum steht ihr morgens auf? Habt ihr euch darüber schon mal Gedanken gemacht oder seid ihr damit zufrieden, ohne weitere Hintergedanken aus den Federn zu steigen?

 

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