Quer durch 2018

2018 war für uns beide ein Schlüsseljahr. Wir haben so viel erlebt und gelernt, dass wir das unmöglich unter den Tisch fallen lassen wollen. Viel Spaß also bei unserem XXL-Rückblick, in dem wir euch verraten, was sich in diesem Jahr in unserem Leben verändert hat!

Hattest du ein Ziel oder einen Vorsatz für 2018 und hast du das erreicht?

Franzi: Ich hatte vor allem Reisepläne, einmal für Rom und einmal für mein Praxissemester in Dublin. Letzteres ist bisher eine sehr positive Erfahrung, bei der ich trotz einiger negative Aspekte sehr viel Gutes erleben durfte und bis Ende Januar (hoffentlich) noch darf. Als zusätzliche besondere Reise kam außerdem unsere mehrtägige Radtour von Passau nach Wien dazu (mehr dazu weiter unten). Ansonsten hatte ich mir vorgenommen, mir genügend Zeit zum Lesen zu nehmen, was ich auch getan habe.

Iris: Ich hatte keine Vorsätze, sondern Pläne, wie zum Beispiel das Sophia Thiel-Programm zu machen (hier geht’s zum Fazit) und im Sommer ein Auslandspraktikum zu absolvieren. Letzteres hat nicht stattgefunden, da ich weder Kraft noch Motivation dafür aufbringen konnte, was einerseits an meinem Gemütszustand lag und andererseits schlichtweg daran, dass es kein Herzenswunsch von mir war. So gesehen war mein Jahr mehr als erfolgreich für mich, da ich viele andere Dinge geschafft und überwunden habe, die spontan aufgekommen sind.

Was waren deine größten oder wichtigsten Anschaffungen? Top oder Flop?

Franzi: Meine größten Anschaffungen waren ein neuer Laptop im März (ein ASUS VivoBook) sowie ein neues Handy im November (ein Huawei P10 Lite). Mit beiden Geräten bin ich bisher sehr zufrieden: Der Laptop läuft reibungslos, hat eine gute Auflösung und vor allem einen außergewöhnlich räumlichen Sound, wodurch es keine Lautsprecher braucht. Mein neues Smartphone war ein Glücksgriff, da ich endlich keinen Ärger mehr mit Akkulaufzeit, Speicher und Kamera habe.

Iris: Die größte Anschaffung war mein Auto, ein Seat Ibiza, was ich bislang nicht bereue – also top. Ansonsten habe ich mein Geld hauptsächlich für Reisen, Kleidung und Make-up ausgegeben. Ich möchte verstärkt versuchen, nur das „Nötigste“ (Make-up ist eigentlich defintiv nicht nötig, deshalb von jeder Kategorie das optimale Produkt) zu kaufen und dafür auf Qualität zu achten, also alle heilige Zeit mal ein ggf. teureres Teil, mit dem ich lange glücklich sein werde.

Was war deine beste und deine schlechteste Entscheidung?

Franzi: Für mich war es die beste Entscheidung, mein Praxissemester im Ausland zu verbringen. Wenn ich an die erste Jahreshälfte zurückdenke, war ich ein relativ ängstlicher Mensch. Ich habe mit fast niemandem über meine Gedanken zum Praktikum geredet, weil ich ein schlechtes Gewissen hatte, etwas nur für mich selbst zu tun (okay, und für die ECTS). Aber genau das hat mich neben weiteren Aspekten zu mehr Selbstbewusstsein, Mut und vor allem Gelassenheit geführt. Die schlechtesten Entscheidungen hatten immer mit Menschen zu tun, die ich aus Einsamkeit oder schlechten Glaubenssätzen in mein Leben gelassen habe.

Iris: Die beste Entscheidung war, dass ich mich gegen mein geplantes Masterstudium entschieden habe. Das finde ich einerseits zwar etwas bedauerlich, andererseits fühlte ich mich im Studentenleben nie wohl und kann es kaum erwarten, ab Januar in meinem Traumberuf zu arbeiten, was ich nach dem Master sowieso vorgehabt hätte. Die schlechtesten Entscheidungen traf ich immer wieder in Bezug auf Menschen, die mich ein klitzekleines Stück weit auf meinem Lebensweg begleitet haben. Über meine fehlende Authentizität dahingehend ärgere ich mich im Nachhinein, allerdings hing vieles auch mit meinem Gemütszustand zusammen.

Worauf bist du stolz? Was hast du Neues gelernt?

Franzi: Ich lese selten alte Tagebucheinträge. Aber 2018 hat es etwas Faszinierendes, diese Hunderte von Seiten zu lesen und die Veränderung in mir nachzuverfolgen:

  • Ich habe viel über feministische Theorien gelesen und nachgedacht, wodurch sich mein Blick auf Schönheit, Beziehungen, Kommunikation und vieles mehr sehr verändert hat. Persönlich finde ich es einen großen Schritt, dass ich mich erstmals als erwachsene Frau fühle.
  • Viele Ängste (z.B. dass ich andere enttäusche, vor Beziehungen oder Veränderung) konnte ich loslassen. Nur mit manchen kämpfe ich noch, aber das gehört wohl dazu.
  • 2018 bin ich etwas ordentlicher und dadurch produktiver geworden, indem ich z.B. einen Kalender führe und die „Magic Cleaning“-Methode teilweise angewendet habe.
  • Ich kann meiner Einschätzung und meinen Gefühlen wieder mehr trauen. Und wenn etwas in einer zwischenmenschlichen Beziehung nicht passt, muss ich nicht den Vermittler, Moderator oder Kasper spielen, sondern darf ich selbst bleiben. Denn wir alle sind okay so, wie wir sind. Hat man schon hundertmal auf Instagram gelesen, ist aber wirklich so.
  • Durch ausgiebige Selbstreflexion und Inspiration von Iris und verschiedenen Menschen bin ich endlich ein positiver, unkomplizierterer Mensch geworden. Das macht alles schöner und vor allem einfacher! Klingt ein bisschen komisch, aber „Zack!“ ist so eine Art Lebenseinstellung von mir geworden.

Iris: Wow, da gab es so viele Erkenntnisse, die ich euch gar nicht alle angemessen aufzählen kann. Hier zumindest die wichtigsten:

  • Ich habe auf die harte Tour erfahren, was passiert, wenn ich nicht rechtzeitig Nein sage. Konkret habe ich zum Beispiel bei schlimmen Dates nicht rechtzeitig die Reißleine gezogen und mich vielmehr extrem unauthentisch verhalten, ohne mir dessen bewusst gewesen zu sein. Der Ärger über mich selbst hat mich im Anschluss einiges an Nerven gekostet.
  • Dass ich 23 Jahre lang ein sehr negativer Mensch war und positives Denken kein esoterisches Gelaber für gelangweilte Mittfünfziger ist, sondern viel Schaffenskraft und Lebensfreude bringt.
  • Kranksein ist kein persönliches Versagen, sondern in meinem Fall ein Schutzmechanismus meines Körpers/Kopfes. Damit umzugehen, brachte mich zum Weinen, Verzweifeln und fast zum Aufgeben. Aber: Ich habe es dennoch geschafft.
  • Ordnung ist das halbe Leben! Genauso erleichtern mich meine in diesem Jahr extrem geschrumpften Besitztümer.
  • Dass „einfach machen“ und „einfach leben“ sehr gute Mottos sind, nach denen ich leben möchte. Weg mit den ganzen unnötigen Sorgen!

Welche Emotionen gab es und welche Rolle spielten andere Menschen dabei?

Franzi: Zu Beginn des Jahres war ich noch sehr emotional und ängstlich vor allen neuen Situationen. Über das Jahr hinweg bin ich positiver und selbstsicherer geworden. Die Freundschaft mit Iris hat sich definitiv intensiviert und ich habe mehr mit anderen unternommen, was zumindest für die damalige Phase sehr befreiend war. Insgesamt war es ein turbulentes Jahr mit vielen Aha-Momenten, Abschieden, Freiheit und Spaß. Im Ausland wurde das Tempo anfangs natürlich nicht geringer, da es viele neue Orte und Menschen um mich herum gab. Seit November wird es aber endlich ruhiger, ich bewege mich mit eher gemäßigten Emotionen durch den Alltag und habe meine Routine wiedergefunden.

Iris: Zeitweise hatte ich in diesem Jahr gar keine Emotionen, was ich nicht mal so schlecht fand: Sich über nichts mehr ärgern, alles gelassen sehen und bestens mit allen anderen auskommen. So ausgeglichen war ich wirklich noch nie! Leider ging dies zulasten der Lebendigkeit, Inspiration und Kreativität und schlägt schnell in eine Scheißegal-Einstellung um, die sich wirklich eklig anfühlt. Als meine Gefühle zurückkamen (auf magische Weise, was glaubt ihr denn? lol), hatte ich wochenlang mit heftigen Wutausbrüchen, oft wegen Personen, die mich schlecht behandelt hatten, zu kämpfen. Alles in allem würde ich 2018 in einem Diagramm als gemäßigt mit Wutspitzen bezeichnen.

Mit welchen Herausforderungen warst du konfrontiert? Hast du einen Rat, wie auch andere sie meistern können?

Franzi: Die größte Herausforderung war der Auslandsaufenthalt. Ich hatte anfangs Angst, dass ich mich zu einer Person entwickle, die ich nicht sein will, oder dass ich unbedingt diese und jene Erkenntnis gewinnen sollte. Befreit euch von diesem Druck, denn ihr bleibt ja ihr selbst – und die Schlüsselmomente kommen so oder so! Ansonsten würde ich einerseits raten, die Zeit zu nutzen und einfach Ja zu sagen zu neuen Menschen und Unternehmungen. Auf der anderen Seite ist es völlig okay, sich mit der Zeit eine Routine und einen Alltag zuzulegen, gerade wenn ihr wie ich vielleicht eher introvertiert seid und die Ruhe benötigt. Macht euch nicht verrückt, dass ihr möglicherweise etwas verpasst. Die Ausgeglichenheit zwischen Abenteuer und Alltag ist meiner Erfahrung nach sehr wichtig.

Iris: Zu meinem eigenen Schutz werde ich öffentlich nicht ins Detail gehen, habe aber trotzdem einen Appell für euch, der – und darauf vertraue ich – diejenigen unter euch erreicht, die ihn gerade brauchen:

  1. Ihr seid nicht allein! Viele Menschen teilen euer Schicksal. Und als allerletzten Trost sei euch gesagt: In eurem Körper wohnt eine Person, die euch tröstend in die Arme nimmt, nur Gutes für euch will und die euch immer und überall begleitet. Sie ist fürsorglich, schützt euch und geht mit euch durch alle guten und schlechten Phasen. Diese Person liebt euch – das bist du, du liebst dich!
  2. Überwindet eure Ängste und nehmt Hilfe in Anspruch! Denn schlimmer kann es eh nicht werden, oder?
  3. Am Ende wird alles gut. Ihr als Person seid mehr als das, was ihr gerade durchmacht. Ihr seid vielschichtig, emotional und wundervoll. Glaubt an euch.

Welcher Ort, welche Veranstaltung oder Reise war 2018 dein Highlight?

Franzi: Das halbe Jahr in Irland ist natürlich ein Highlight. Dennoch hat mir unsere Donauradweg-Tour im Mai mit Abstand am besten gefallen. Obwohl es nur wenige Tage waren, hatten wir so viel Spaß und gute Gespräche. Wir sind über unsere Grenzen hinausgegangen und haben erlebt, was mit einem positiven Mindset und einem starken Willen alles möglich ist. Wiederholungsbedarf!

Iris: Ich schließe mich an, unsere Radreise von Passau nach Wien war das magischste Erlebnis, das ich je erfahren habe. Allein, das man sich auf seinen Drahtesel setzt und die ganze Strecke mit eigener Körperkraft strampelt, war für mich eine verblüffend einfache Denkweise. Unser primäres Ziel war es nie, wie wir zunächst angenommen hatten, in Wien anzukommen, sondern, wie es das Sprichwort sagt: Der Weg ist das Ziel. Neben dem Einklang mit der Natur und mir selbst fand ich es erstaunlich, dass wir diese 330km binnen drei Tagen geschafft haben – seitdem weiß ich, dass ich alles schaffen kann!

Was sind deine Pläne oder Vorsätze für 2019?

Franzi: Ich will mir nicht mehr so viele Sorgen machen, was andere über mich denken. Ansonsten würde ich gerne meine Stärken wie Empathie nutzen, um anderen zu helfen. Ich werde mehr Dinge tun, die mir Spaß machen (z.B. im Tierheim mit Hunden arbeiten). Und ich möchte gegen Jahresende einen groben Plan für die Zeit nach dem Studium zu haben.

Iris: Ich möchte unbedingt lernen, unabhängig von den Gedanken anderer zu sein. Ich will mir dahingehend mehr Literatur durchlesen, neue Glaubenssätze aneignen und spätestens gegen Ende des Jahres sagen können: Ja, ich bin ich selbst und was du über meine neue Frisur, Entscheidungen und Einstellungen denkst, ist mir piepegal!

Hier könnt ihr unseren letzten Monatsrückblick vom Dezember 2018 lesen und hier geht es zum Jahresrückblick 2017. In den Lesehighlights 2018 stellen wir euch außerdem unsere (Hör-)Bücher vor, die vielleicht auch euch inspirieren oder unterhalten.

Übrigens dürft ihr euch diese Fragen kopieren, auf uns als Quelle verlinken und damit selbst einen Jahresrückblick schreiben – wir würden uns sehr freuen, von euren Erlebnissen und Gedanken zu hören! 🙂

Wie ist 2018 bei euch verlaufen und was nehmt ihr euch für das neue Jahr vor?

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