Sich selbst neu erfinden – Fazit

Anfang dieses Jahres merkte ich, dass ich den Bezug zu mir selbst verloren hatte. Sobald ich in mich hineinblickte, traf ich allenfalls auf eine graue Masse. Träume, Ziele, Motivation? Fehlanzeige. Aber ich funktionierte, erledigte weiterhin viel zu viele Dinge auf einmal, saß täglich zwölf Stunden über Uni- und Arbeitskram, keine Pausen, keine Wochenenden.

Nichtsdestotrotz fand ich den fehlenden Bezug zu mir so gruslig, dass ich eine Blogpost-Reihe mit dem Titel „Sich selbst neu erfinden“ schrieb, in der ich euch mit auf die Reise durch mein Innerstes nahm – ganz nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“. Die Themen drehten sich um unsere Werte, um Strukturen durch Planung, eine neu entdeckte Ordnung und schlussendlich auch Schönheit.

Nun wäre es doch ganz schön, wenn ich zu einem Fazit käme, oder? Haben diese ganzen Überlegungen geholfen? Wo stehe ich heute – neben mir, in mir, über mir, unter mir?

Mittlerweile kann ich mehr von außen auf diese Posts blicken und finde sie ebenfalls gruslig. Sie zeichnen ganz klar einen gewissen Verlauf, der den Zustand, mit dem ich dieses Jahr sehr hart zu kämpfen hatte, bestens darstellt. Allein der Hilferuf im Beitrag Horrorprojekt im Sommer zuvor hätte nicht eindeutiger ausfallen können. An dieser Stelle dürft ihr für euch selbst gerne Vermutungen anstellen, ich werde jedoch nicht näher darauf eingehen (ihr wisst ja – wer weiß, welcher Arbeitgeber hier mal mitliest).

Was hat’s gebracht?

Fakt ist, dass es mir Hoffnung gegeben hat, mich an all den Überlegungen festzuhalten. Irgendetwas musste ich ja tun, selbst ist die Frau.

Die für mich neu erfundene Planung und Ordnung haben mir jedenfalls lange Zeit Strukturen und somit Stabilität gegeben, weshalb ich sie auch weiterhin nachhaltig lebe (obwohl das mit den Plänen zeitweise gar nicht ging und auch gerade etwas lascher gehandhabt wird).

Bei den Werten ist es mir so ergangen, dass ich manch anerzogene Werte abgelegt und mich auf andere, die mir sinnvoller erscheinen, fokussiert habe. Alles in allem spielten sie jedoch keine allzu große Rolle in meinen Gedanken.

Den Post zum Thema Schönheit kann ich nach wie vor voll unterschreiben, ich denke, diese Überlegungen lassen sich am einfachsten umsetzen. Sich selbst zu akzeptieren und eine Umgebung bzw. einen Körper zu schaffen, in dem wir uns zu 100 Prozent wohlfühlen, finde ich für mich nach wie vor erstrebenswert und in schwierigen Zeiten einen hilfreichen Anker. Für mich schließt sich das übrigens nicht aus: Ich kann mich selbst mit all meinen Makeln mögen und mein Aussehen dennoch so verändern, wie ich gerne aussehen möchte. Zufälligerweise hat auch Margarete Stokowski diesen Aspekt in ihrer gestrigen Kolumne anklingen lassen.

Habe ich mich neu erfunden?

Nein. Ich akzeptierte im Laufe des Jahres, dass ich eigentlich vielmehr zu mir zurückfinden musste. Gerade die zweite Jahreshälfte, als es anfing, still auf unserem Blog zu werden, war meine persönliche Hölle. Statt einem neuen Menschen sitzt hier nun ein fast wieder alter Mensch. An alle, die sich angesprochen fühlen, möchte ich appellieren: Ihr seid nicht allein. Schreibt mir gerne über meine Email-Adresse siri.quergetippt@gmail.com, wenn euch der Sinn nach Austausch steht. Ich würde mich freuen!

Ansonsten würde mich interessieren, ob alle anderen mit dieser Beitragsreihe etwas anfangen konnten? Hattet ihr schon mal Phasen in eurem Leben, in denen ihr etwas radikal umgekrempelt habt?

One thought on “Sich selbst neu erfinden – Fazit

Kommentar verfassen