Zeit zu gehen

Wer uns bei Twitter folgt, hat das aktuelle Katzengejammer über Liebeskummer vielleicht mitbekommen. Und genau darum geht es in diesem Blogpost: Wann ist es Zeit zu gehen? Wie entscheidet man sich gegen sein eigenes Herz?

Man ist verliebt, der Partner supertoll und die gemeinsame Zukunft auch schon in den schönsten Farben ausgemalt. Aber irgendwie … ja, irgendwie nagt da manchmal ein seltsames Gefühl an einem. Hin und wieder ein kleiner Zweifel, ob diese Beziehung wirklich das Wahre ist. Dass der Partner doch nicht so toll ist, wie anfangs gedacht. Dass die eigenen Ansprüche überhaupt nicht erfüllt werden. Kennt ihr diese Situation auch? Ich will ehrlich sein: Mir ging es bislang in jeder Beziehung so und langsam weiß ich gar nicht mehr, ob ich mir noch trauen kann. Erst macht mich die Natur verliebt, weil ich mich binden und vermehren soll, aber drei Monate später merke ich plötzlich, dass die rosarote Brille wohl einige Dioptrien zu schwach für meine müden Äuglein war.

zeit zu gehen
Fotos: pixabay

Ich habe dadurch – in etlichen Lehrjahren! – lernen müssen, mir selbst ein Messer ins Herz zu rammen. Ja, das tut verdammt weh. Aber nur ganz kurz, denn der Kopf kennt die pragmatischen Gründe, weshalb ihr geht. (Nein, ich bin nicht Sheldon Cooper.) Das einzige, was noch am Partner festhält, ist ein feines Band, das von eurem Herzen direkt zu ihm oder ihr führt. Das ist vollkommen okay. Es ist nur ein Band und darf da auch erst mal bleiben, bis es nach und nach von selbst zerreißt, denn Gefühle kommen und gehen.

Mein Radar funktioniert zwar leider immer erst nach drei Monaten, allerdings ist diese Bilanz weitaus besser, als Jahre in einer unglücklichen Beziehung zu verbringen. Ich kann euch nur empfehlen, manchmal nicht aufs Herz zu hören, wie es so schön auf kitschigen Postkarten steht, sondern Kopf und Bauch miteinzubeziehen (über die drei Stimmen habe ich in diesem Post auch schon mal nachgedacht).

Jetzt reicht’s!

Ein Grund, bei dem ich mir sagte „Liebes Herz, ich weiß, du hast Emotionen, aber nun ist es Zeit, zu gehen!“, war zum Beispiel eine geringschätzende Behandlung. Wir alle haben es verdient, beim Partner Priorität Nummer 1 zu sein und bedingungslos geliebt zu werden. Alles andere zeugt nur von mangelndem Respekt. Ihr seid toll, wie ihr seid und wer das nicht erkennt, mag vielleicht trotzdem eine tolle Person sein, aber nicht zu euch passen.

Wenn die eigenen Ansprüche an einen Partner nicht erfüllt werden, macht die Beziehung wenig Sinn. Da euch ständig etwas fehlen würde, nörgelt ihr herum, seid innerlich frustriert und sucht euch im schlimmsten Fall den Ersatz dafür außerhalb. Manchmal kommt es auch vor, dass der Partner dies vor euch erkennt und abwertet, worauf ihr keinesfalls hören dürft! (Der klassische Satz: „Du denkst zu viel nach!“ – Aha, und du offensichtlich zu wenig!) Eure Bedürfnisse sind wichtig und sollten erfüllt werden! Seid fair zum Partner und verabschiedet euch dann, sodass beide Partien die Chance auf etwas Neues haben. Ja, es wird wehtun, vor allem, wenn das Gegenüber nicht wirklich was dafür kann. Aber ihr habt schließlich eure Gründe! Und Mitleid ist keine Basis für eine Beziehung!

Das ewige Hinhalten ist schon vor einer möglichen Beziehung ein absoluter Liebeskiller. Durch den ständigen Wechsel aus Nähe und Distanz bleibt ihr beim Gegenüber an der Angel und sucht die Fehler für die plötzliche Kälte bei euch. Wenn die andere Person nicht erkennen kann, wie bunt und vielschichtig und toll ihr seid oder euch gar als Einschränkung statt Bereicherung ansieht, könnt ihr aufhören, euch zu bemühen. Überreden bringt keine Liebe hervor.

Mut schafft Veränderung

Ihr seid es wert! Ihr habt es verdient, glücklich zu sein! Ihr habt nur dieses eine Leben! Nehmt euren Mut zusammen, lauft in die Klinge und geht nach zwei Wochen als vollkommen neuer und glücklicherer Mensch euren Weg, auf dessen Pfad der perfekte Partner auf euch wartet, um ihn mit euch zu Ende zu gehen. Zeit zu gehen.

Wart ihr schon mal in einer ähnlichen Situation? Wie seid ihr damit umgegangen? Habt ihr Tipps für mehr Mut?

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