Auslandspraktikum in Dublin – erste Eindrücke

Statt im deutschen Studierkämmerchen schreibe ich heute erstmals von meinem Gästezimmer in Dublin aus. Bevor Fragezeichen aufkommen: Bis Ende Januar werde ich dort ein Auslandspraktikum machen, aber natürlich weiterhin zusammen mit Iris auf quergetippt bloggen. Und was könnte sich in der ersten Woche mehr anbieten als ein paar erste Eindrücke? Los geht’s!

Stadt & Leute

Von der Stadt habe ich einen positiven Eindruck. Klinkerfassaden, bunte Türen, farbenfrohe Blumenampeln und idyllische Pubs (davon gibt es knapp 780 in Dublin!) zieren die Straßen. Viele Straßen sind für Autos nicht zugänglich, dementsprechend ist es nicht besonders laut. Für die Ohren gibt es (Live-)Musik aus den Pubs und überall kreischende Möwen. Besonders in den Stadtteilen südlich des Liffey ist der georgianische Baustil gut erhalten und es gibt so gut wie keine Wolkenkratzer, hässliche Gassen oder schrille Touristen-Ramschläden. Die Leute – Arbeitskollegen und -kolleginnen eingeschlossen – wirken auf mich ziemlich offen und auffallend hilfsbereit. Das irische Englisch ist für mich gut zu verstehen, es klingt ein bisschen dunkler und melodischer als britisches Englisch und sie haben ihre eigenen Vokabeln (beispielsweise sagen alle „That´s grand!“ anstatt von „great“). Übrigens sind alle Schilder in Irland zweisprachig in Englisch und in Gälisch, der ersten Amtssprache Irlands.

Essen & Trinken

Bisher habe ich noch nichts Landestypisches gegessen. Dafür konnte ich mir einen Pint im Pub nicht entgehen lassen: Das Guinness schmeckt deutlich milder, als man es aus Deutschland kennt, mein flauer Magen fand das rauchig schmeckende Gebräu aber nicht so toll. Dagegen war mein Favorit Hop House 13 (auch aus dem Hause Guinness), ein fruchtiges Lagerbier. Whiskey ist weniger mein Fall, ich werde auf jeden Fall aber mal einen Jameson oder Ähnliches probieren. Gibt es Empfehlungen von den Whiskeykennern unter euch?

Wohnen & Arbeiten

Ich wohne während meines Praktikums im Zimmer eines kleinen Reihenhäuschens, das ich mir mit meiner Vermieterin teile. Gleich am ersten Tag kämpfte ich mit der Haustür (beim Zusperren muss man die Klinke mit Gewalt nach oben wuchten!) und dem Gasherd mit verstecktem Zündknopf. Zum Glück hatte ich meinen Adapter für die Steckdosen dabei. Dafür war ich auf das sommerliche Wetter nicht vorbereitet und musste mit Sporthose zum Strand (naja, kennt mich ja niemand). Mit der Büroarbeit in der Firma  bin ich bisher zufrieden. Besonders freut mich die sympathische Truppe aus Praktikanten, mit denen es nach Feierabend öfters in den Pub geht.

Freizeit & Sport

Was ich außerhalb der Arbeitszeit getrieben habe? Natürlich stand erstmal Sightseeing auf dem Programm. Dabei gibt es meiner Meinung nach nicht die eine Sehenswürdigkeit, die man gesehen haben muss– es ist eher das Gesamtbild. Weniger interessiert haben mich dabei die imposanten Kirchen (sehen die nicht irgendwie alle ähnlich aus?). Ansonsten habe ich in einem Pub ein Gaelic Footballmatch angesehen (eine skurrile Variante von Fußball, bei der Handspiel und Anrempeln erlaubt ist) und am Sandymount Beach die Sonne genossen. Nebenbei gefällt mir die Bewegung auf dem Fahrrad, das ich mir hier besorgt habe (der Linksverkehr ist nicht mal so kompliziert, wenn man einfach mal mitfährt), und hatte sogar Spaß beim Joggen (wer hätte das gedacht?). Insgesamt fällt mein erster Eindruck also positiv aus und ich bin gespannt auf die nächste Zeit, von der ich sicherlich hin und wieder berichten werde!

War jemand von euch schon mal in Dublin oder woanders in Irland? Wie war euer Eindruck? Könnt ihr Ausflugsziele empfehlen?

8 thoughts on “Auslandspraktikum in Dublin – erste Eindrücke

  1. Liebe Franzi
    Ich war noch nie in Irland, aber es steht schon lange auf meiner Reiseliste. (Wobei, sind wir ehrlich, da steht eigentlich jedes Land drauf…) Dublin allerdings steht nicht im Zentrum meines Interessens, da ich Städte in Europa alle sehr ähnlich finde – aber vielleicht kannst Du das ja widerlegen 😉 Mich fasziniert viel mehr die Natur von Irland. Hast Du vor, auch ausserhalb von Dublin zu reisen? Ich finde es auch immer spannend, wie unterschiedlich man ein Land erfährt, je nachdem, ob man auf dem Land oder in der Stadt ist.
    Achja, und noch zum Essen: Was sind denn typische Gerichte für Irland? Unterscheidet sie sich gross von der englischen Küche?
    Alles Liebe
    Liliane

    1. Hallo Liliane,

      danke für deinen ausführlichen Kommentar! Ich bin da ganz deiner Meinung, seit einiger Zeit interessiere ich mich kaum mehr für Citytrips (zu laut, zu anstrengend und irgendwie austauschbar), sondern entspanne lieber beim Wandern oder Fahrradfahren in der Natur. Ich bin froh, hier beides machen zu können und so das Land auf unterschiedliche Weise zu erfahren, wie du es passend formuliert hast. Ich werde auf jeden Fall einige Wanderungen und Radtouren unternehmen, die Insel ist ja auch nicht so groß. 😉 Die Stadt Dublin unterscheidet sich meiner Meinung nach schon etwas von den europäischen Städten, die ich kenne (Paris, Barcelona, Rom, …), wobei ich außer London sonst keine in der Nähe liegenden Vergleiche habe – ich kann mir schon vorstellen, dass andere irische, schottische und vielleicht auch englische Städte aufgrund der gemeinsamen Vergangenheit ähnlich aufgebaut sind.
      Es gibt meines Wissens gar nicht so viele typische Gerichte, am bekanntesten sind wohl noch der Eintopf Irish Stew und Boxty, eine Art Pfannkuchen – habe ich aber noch nicht probiert oder plakativ vor Restaurants angepriesen gesehen. Ich schätze, dass der Einfluss der englischen Küche schon groß ist, aber ich kann wirklich noch nicht viel dazu sagen. Sehr omnipräsent sind hier jedenfalls die Bier- und Whiskeysorten. 😉
      Warst du schon einmal in Großbritannien? Was ist dein nächstes Reiseziel?

      Viele Grüße!
      Franzi

  2. Liebe Franzi,

    ich wünsche Dir eine unglaublich tolle Zeit in diesem wunderschönen Land! Ich selbst war noch nicht in Dublin, kann Dir also leider keine Tipps geben – dafür bin ich umso gespannter auf Deine Erfahrungsberichte und -tipps. Du bist ja dann quasi eine Einheimische. 😉
    Ich selbst habe mal für eine Weile im Norden Englands gelebt und es war mit die beste Zeit meines Lebens. Die Engländer, Iren und Schotten sind so wahnsinnig liebe Menschen und die Sprache ist generell ein Traum. ♥
    Also, ich hoffe Du wirst uns weiterhin auf dem laufenden halten.

    Liebe Grüße,
    Miriam

    1. Hi Miriam,

      vielen Dank für deine lieben Wünsche! 🙂 Ich werde auf jeden Fall ab und zu von mir hören lassen. Deine Zeit im Norden Englands klingt aber auch toll! Wo genau hast du denn dort gelebt und was hast du dort gemacht? Das irische Englisch finde ich bisher tatsächlich viel leichter verständlich, als ich befürchtet habe. Wie ging es dir in England damit?

      Liebe Grüße zurück!
      Franzi

      1. Das freut mich! 🙂
        Ich habe in York gelebt und dort von der Ausbildung aus ein mehrmonatiges Praktikum in einem Museum gemacht. Hatte inhaltlich nichts mit der Ausbildung zu tun, sondern sollte eher der Weiterentwicklung der interkulturellen Kompetenz und der Sprachfähigkeiten dienen. Es war wirklich wunderschön dort – ich kann Dir nur empfehlen mal nach York zu reisen! ♥ Letztes Jahr war ich nochmal dort und werde der Stadt hoffentlich auch im nächsten Jahr nochmal einen Besuch abstatten können. Was die Sprache anging: In York haben sie ziemlich gut verständliches Englisch gesprochen, aber in dem Museum hatten wir oft Schotten als Besucher, und DIE sind wirklich schwer zu verstehen, da hatten selbst meine Muttersprachler-Kollegen Probleme. 😀 Hach, ich muss auf jedenfall bald wieder auf die Insel.

        Ganz liebe Grüße & hab ein tolles Wochenende,
        Miriam

        1. Das klingt wirklich toll! In einem Museum ein Praktikum zu machen, ist ja echt mal was anderes und kulturell sicherlich wertvoll. Über die Stadt York wusste ich bisher tatsächlich so gut wie nichts, aber ich werde sie mal im Hinterkopf behalten! Haha, das mit dem schottischen Dialekt kann ich mir vorstellen. Berichte auf jeden Fall mal, wenn du wieder dort warst! 🙂
          Schönes Wochenende und liebe Grüße!
          Franzi

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