Meine 5 Lieblingsserien

Nun hat es unseren Blog erwischt: Das heiße Wetter verbrennt uns derart das Gehirn, dass wir uns eine kleine Sommerpause vom abstrakten Grübeln und Reflektieren gönnen. Als letzte Ausgeburt meiner Denkleistung habe ich euch daher in absteigender Reihenfolge meine 5 Lieblingsserien aufgelistet. Vielleicht ist für euch was für schlaflose Sommernächte und graue Wintertage dabei? Die Überschriften verlinken euch zum Weiterlesen auf die entsprechende Wikipedia-Seite.

House of Cards

In einem Satz: Allerlei spannende Machtintrigen spinnen sich rund um Politiker Frank Underwood und seine Frau Claire im Weißen Haus.

Das mag ich: An House of Cards gefällt mir die Spannung im politischen Umfeld, die durch intelligente Plots und Dialoge aufkommt. Oft bewegt sich Frank Underwood zwischen den Stühlen, stößt mit jeder Entscheidung jemanden vor den Kopf und muss sich daher besonders diplomatisch und skrupellos aus der Affäre ziehen. Ein bisschen Mord hier und da löst auch Probleme, oder nicht? Die Kameraperspektiven sind oft außergewöhnlich und ästhetisch ausgerichtet, achtet mal darauf, wie oft ihr den Raum in der Totale seht und er symmetrisch eingerichtet ist. Auch die hochkarätigen Schauspieler machen ihren Job großartig, sodass ich mich beim Schauen stets voll in die Welt dieses Politthrillers fallen lassen kann.

Das mag ich nicht: Die fünfte Staffel (hier geht’s zu einer Spoiler-Review von mir) gefiel mir nicht mehr so gut, ebenso wie die Tatsache, dass Kevin Spacey alias Hauptfigur Frank Underwood der Serie ab der sechsten Staffel nicht erhalten bleibt – einerseits gerechtfertigt, andererseits schade um die Serie. Diese Staffel hat es für meinen Geschmack auch etwas mit der Symmetrie und den kafkaesken Momenten übertrieben.

Fakten: Politthriller, 5 Staffeln á 13 Episoden á ca. 50 Minuten, Erstausstrahlung 2013

Breaking Bad

In einem Satz: Dem Chemielehrer Walter White wird Krebs diagnostiziert, weshalb er ins Drogengeschäft einsteigt, um seine Familie bis nach seinem Tod finanziell unterstützen zu können.

Das mag ich: Die Serie ist gut durchdacht und hervorragend konzipiert, sodass zwar selten Spannung aufkommt, ich aber voll in das Leben der Figuren involviert bin. Hier wird nichts geschönt dargestellt, kein Glitterblingbling lenkt von der Story ab. Die Kameraeinstellungen- und perspektiven sind einmalig (Lieblingsstelle: Jesse beim Putzen eines Rades, Kamera wurde auf das Rad montiert) und zeichnen Breaking Bad in meinen Augen als großes Serien-Kino aus. Inhaltlich spielt Breaking Bad damit, die „Guten“ als böse zu karikieren und die „Bösen“ als sympathisch – dazu braucht es natürlich Zeit, die sich die Serie genau im richtigen Maß nimmt.

Das mag ich nicht: Gegen Ende fand ich das Gut/Böse-Spiel etwas auf die Spitze getrieben, fast schon plump. Die Wandlung Jesses über die ganze Serie hinweg war mir zu konstruiert und nicht nachvollziehbar, denn er changiert ständig zwischen drogenabhängig und Moralapostel. Und zwei meiner Lieblingscharaktere sterben.

Fakten: Drama/Krimi, 5 Staffeln á 7-13 Episoden á ca. 50 Minuten, Erstausstrahlung 2008

How to get away with murder

In einem Satz: Rechtsanwältin Annalise Keating löst gemeinsam mit fünf Jura-Studierenden verschiedenste Fälle, wobei sie selbst zusehen müssen, wie sie mit einem Mord und weiteren Straftaten ungeschoren davonkommen.

Das mag ich: Viola Davis alias Annalise Keating spielt eine hervorragende, charismatische weibliche Hauptrolle. Ob Verrat, Alkoholsucht oder Mord – die Anwältin changiert gekonnt zwischen Verletzlichkeit und knallhartem Auftreten. Pro Staffel gibt es einen übergeordneten Fall, der sich in Rückblenden erst nach und nach auflöst – mitdenken ausdrücklich erwünscht! Beispielsweise sieht man in der ersten Episode eine Hauptfigur sterben, erfährt im weiteren Verlauf der Staffel, wie es dazu kam und wird erst in der letzten Szene aufgeklärt, wer es ist, wenn Zukunft und Gegenwart wieder miteinander verschmelzen. Clever, oder?

Das mag ich nicht: Mit jeder Staffel rücken die privaten Verfehlungen der Hauptfiguren zulasten der normalen Fälle in den Vordergrund, was mich bei unsympathischen Figuren eher weniger interessiert. Die Rückblenden könnten etwas kürzer ausfallen, sodass ich nicht wertvolle Sendezeit damit verschwenden muss, mir in jeder Episode dieselben Szenen nochmal ansehen zu müssen.

Fakten: Krimi, 4 Staffeln á 15 Episoden á ca. 44 Minuten, Erstausstrahlung 2014

Orange is the new black

In einem Satz: Unterschiedlichste Charaktere weilen in einem Frauenknast, pflegen zwischenmenschliche Auseinandersetzungen und müssen sich von den Wärtern allerhand gefallen lassen – bis sie sich wehren.

Das mag ich: In dieser Serie wird kein Blatt vor den Mund genommen, was zu einer herrlichen Komik, bisweilen Witzen, führt. Jedes Frauenzimmer hat seine eigene Geschichte und Eigenarten und musste sich eine Strategie zum Überleben einfallen lassen – mich unterhält dieser Mix aus tristem Knastalltag, zwischenmenschlichen Fehden und Humor bestens. Zu den unzähligen Figuren habe ich teilweise starke Anti-/Sympathien entwickelt, was für mich eine gute Serie auszeichnet, genauso wie die Tatsache, dass die Frauen fast zu Freundinnen für mich geworden sind.

Das mag ich nicht: Beim Bingen dieser Serie besteht die Gefahr, selbst in die Fäkalsprache abzurutschen, die manchmal etwas too much ist. Und die Kulisse ist logischerweise immer gleich und trist, was gelegentlich aufs Gemüt schlägt.

Fakten: Dramedy, 6 Staffeln á 13 Episoden á ca. 51 Minuten, Erstausstrahlung 2013

Sense8

In einem Satz: Acht Personen aus aller Welt sind plötzlich mental miteinander verbunden und switchen ungewollt ihre Körper, wohinter eine dubiose Organisation steckt, gegen die vorgegangen werden muss.

Das mag ich: Hauptsächlich gefallen mir die vielfältigen Kulissen, Musik und Spaßaufnahmen zwischendurch, von denen ich automatisch gute Laune bekomme. Mein absolutes Highlight ist die Figur Wolfgang, gespielt von Max Riemelt, der sich in der Serie einfach urkomisch benimmt – genau mein Humor! Es werden außerdem viele kulturelle und gesellschaftliche Aspekte angesprochen, die man in Serien sonst selten findet, so zum Beispiel Transsexualität, gleichgeschlechtliche Beziehungen, das Leben in afrikanischen Slums, koreanische Patriarchate oder einfach die Existenz futuristischer Pillen. Langweilig wird es bei Sense 8 definitiv nie.

Das mag ich nicht: Nun zur zweiten Seite der Medaille: Worum es genau geht, wer gut und wer böse ist, wie die böse Organisation da drinhängt und so weiter – keinen blassen Schimmer! Teilweise wurde es mir klar, aber so richtig nacherzählen könnte ich den Inhalt nicht. Na ja, die launigen (Gangbang-)Partys und wunderschön inszenierten zwischenmenschlichen Szenen machen die schwer verständliche Story für mich persönlich wett, da ich mich rein aufgrund dessen schon sehr amüsieren und entspannen konnte.

Fakten: Drama/Science-Fiction, 2 Staffeln á 12 Episoden á ca. 50 Minuten, Erstausstrahlung 2015

Kennt ihr eine der Serien und wie fandet ihr sie? Was sind eure Lieblingsserien?

 

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