Quer durch 07/18

Auch im Juli haben wir wieder einiges erlebt, Vorsätze gehalten und gebrochen und mit verschiedenen Dingen zu kämpfen gehabt. Seid gespannt!

Hast du dein Ziel für Juli erreicht?

Iris: Ich wollte das Buch „Meditation für Dummies“ lesen und habe es noch gar nicht aufgeschlagen, da mir mental noch nicht der Sinn dafür stand.

Franzi: Ich hatte mir vorgenommen, positiv und entspannt durch die Prüfungsphase zu gehen. Das mit der Entspannung schaffe ich irgendwie nie so ganz, dennoch bin ich zumindest relativ gelassen geblieben – es gibt für mich sowieso Wichtigeres im Leben als das Studium.

Hat dich in diesem Monat jemand inspiriert oder konntest du etwas Neues lernen?

Iris: Ich habe gelernt, dass es nicht in meiner Kontrolle liegt, wie andere Menschen mit mir umgehen oder was sie für Ängste in mich hineinprojizieren, da kann ich mich noch so anpassen und perfektionieren, das schadet letztendlich nur mir selbst, da ich entweder meine eigenen Bedürfnisse hintenanstelle oder sinnlos nach Perfektion strebe, die nie jemand erlangen kann. Ich bin in Ordnung, wie ich bin und es liegt nicht bei mir, wie die andere Person darauf reagiert.

Franzi: Wieder sehr inspiriert hat mich die Psychologin Stefanie Stahl mit ihrem Bestseller „Das Kind in dir muss Heimat finden“, das wirklich jeder einmal lesen sollte (weiter unten nochmal die Verlinkung). Nebenbei beschäftigte ich mich dadurch näher mit dem Thema richtiges Zuhören.

Was hast du geschafft, worauf kannst du besonders stolz sein?

Iris: Ich habe einen wahnsinnig langen Artikel für die Arbeit schreiben müssen, der mich so einige Stunden und Mühen gekostet hat.

Franzi: Ich bin auf uns beide stolz, weil wir in unseren tiefgründigen Gesprächen und Analysen immer so viele neue Erkenntnisse gewinnen und Wege finden. Das ist einfach toll!

Mit welchen Herausforderungen hattest du zu kämpfen?

Iris: Mich bzw. uns haben viele Emotionen herausgefordert, weshalb wir uns abwechselnd auf unsere imaginäre Therapiecouch (oder eher: Therapiefahrrad) setzen und bei der jeweils anderen intervenieren mussten. Dank Stefanie Stahls Büchern Das Kind in dir muss Heimat finden und Jeder ist beziehungsfähig waren diese Sitzungen äußerst lehr- und erfolgreich.

Franzi: Die Prüfungsphase war diesmal besonders anstrengend, nebenbei hatte ich viel für mein baldiges Auslandspraktikum zu organisieren. Aber wenn man sich vor Augen führt, wofür man das Ganze macht, bleibt man (halbwegs) motiviert.

Was hat dich geärgert? Was hat dich gefreut?

Iris: Da greife ich mal zwei oberflächliche Alltagsbeispiele heraus: Beunruhigt und auch etwas genervt hat mich mein alljährlicher Haarausfall im Hochsommer, da ich immer die irrationale Angst hege, dass er nie wieder aufhören wird. Besonders positiv habe ich eine dreistündige Flixbus-Fahrt in Erinnerung, die überraschenderweise super angenehm verlaufen ist.

Franzi: Geärgert haben mich in diesem Monat viel zu viele Kleinigkeiten, weswegen ich mir aktiv vorgenommen habe, wieder gelassener zu werden. Gefreut hat mich, dass Iris und ich uns mehrmals getroffen haben, unter anderem haben wir eine tolle Radtour nach Schärding in Österreich unternommen, was mich an unsere Radreise nach Wien im Mai erinnert hat.

Was ist zwischenmenschlich passiert?

Iris: Wie erwähnt, musste ich auf die harte Tour lernen, mich von anderen Personen abzugrenzen. Alles in allem war damit sehr viel Frust verbunden, den man hätte vermeiden können. Und ein paar Intro-Extro-Wahrnehmungen galt es zu identifizieren und klar zu stellen.

Franzi: In diesem Monat kam es öfters vor, dass ich dazugehören wollte und dadurch unauthentisch gehandelt habe. Es waren ein paar Tagebuchseiten und Gespräche nötig, um das zu „therapieren“ und mit einem gesunden Selbstwertgefühl und Gelassenheit wieder auf die richtige Spur zu kommen.

Welche Blogposts hast du in diesem Monat verfasst?

Iris: Im Juli habe ich ein Interview mit einem Polizisten geführt, wir lasen Buchklassiker der Romantik, die Buchrezension Squids 2 fiel sehr positiv aus, ich fragte mich: Wann ist man erwachsen?, habe meine liebsten Produkte für Duftstoffallergiker vorgestellt und über das Verhältnis von Selbstakzeptanz und veränderbarer Schönheit geschrieben.

Franzi: Ich habe über meinen ständigen Aktivismus als sinnloses Hamsterrad nachgedacht, die schönsten Bücherwelten beschrieben und nachgedacht, wie richtig zuhören geht. Außerdem können sich die Hundefans unter euch vielleicht mit meiner Hundebegegnung der besonderen Art identifizieren.

Welchen Post von anderen Bloggern fandest du diesen Monat am besten und warum?

Iris: Ich mochte Sarahs (vom Blog „Lebenschaot“) Tipps für Sofort mehr Selbstbewusstsein.

Franzi: Ich fand Elke Overhages Post „Berühren und berührt werden als menschliches Grundbedürfnis“ sehr spannend, vor allem aus der Perspektive der Hochsensibilität. 

Was hast du im letzten Monat an Medieninhalten rezipiert?

Iris:

Die Abtei von Northanger von Jane Austen: Ungewohnt kurze Töne von Jane Austen, die eine starke Mädchenfigur inmitten der oberflächlichen feinen Teegesellschaft geschaffen hat. Besonderheit: Sie führt ein lyrisches Ich ein, welches die Autorin mimt. War wie immer der reinste Lesegenuss!

Jeder ist beziehungsfähig von Stefanie Stahl: Das Buch kann ich wirklich nur jedem ans Herz legen, egal, wie gut die Beziehung läuft. Ich habe so unglaublich viel über mich selbst gelernt, weiß nun, wann ich aus falschen Emotionen heraus handle und wie ich zufriedener mit mir selbst und anderen leben kann. Stahl war im Juli wahrhaftig meine Retterin in besonders schwierigen Situationen!

Veronika beschließt zu sterben von Paulo Coelho: Mein erster Coelho und der Inhalt hat sich gleich ganz anders entwickelt, als ich aus der Inhaltsangabe geschlossen hatte. Es geht grob um Verrücktheit und Suizid, allerdings waren es für meinen Geschmack zu viele Ansätze, die nicht ausgeführt wurden, als dass ich langfristige Denkanstöße mitnehmen konnte. Vielleicht lese ich es in ein paar Jahren nochmal langsamer, Vergnügen hat es mir auf jeden Fall bereitet.

Schachnovelle von Stefan Zweig: Sehr knappes Buch aus dem Jahre 1942, welches zu den Literaturklassikern gezählt wird – ich frage mich, warum? Es wird in flüssiger Weise von einem Schachspiel, einem Gestapo-Verhör und der Entwicklung einer Manie berichtet, mehr konnte ich nicht mitnehmen.

Das Leuchten der Magie von Peter V. Brett: Der 5. Band der Dämonenzyklus ist ziemlich langweilig und vor allem eines: eklig. Von vollgekackten Hosen bis abgebissenen Penissen ist alles dabei – muss das sein? Teilweise habe ich ganze Kapitel überblättert, da sie einfach nicht handlungsrelevant sind.

Die Stimmen des Abgrunds von Peter V. Brett: Auch im 6. und somit finalen Band des Dämonenzyklus‘ habe ich ganze Kapitel und immer gleiche Kämpfe überflogen – wozu damit Lebenszeit vergeuden? Die Handlung ist zwar recht spannend und im gewohnten, angenehmen Schreibstil abgefasst, allerdings entwickeln sich nahezu alle Figuren entweder zu allmächtigen Helden oder gebärenden Müttern. Uff, jetzt hat diese Reihe wenigstens ein Ende!

Solo – A Star Wars Story (2018): Ich war erstmals in diesem Jahr im Kino (wusstet ihr, dass man in Österreich standardmäßig salziges Popcorn verkauft und isst?! Kulturschock!) und habe mich an das neueste Star Wars Spin Off gewagt. Hat mir echt gut gefallen, obwohl ich nur die ersten sechs Filme kenne. Die Story war leicht verständlich mit modernen Zügen und netten Special Effects; würde den Film also auch denen empfehlen, die sich nicht zum harten Fandom zählen.

Pulp Fiction (1994): Ein Tarantino, mehr brauche ich dazu gar nicht sagen. Unbedingt anschauen!

The Hateful 8 (2015): Ein Tarantino, den ich gar nicht mochte … ups! Zu viel Geschwätz, zu dunkel, zu viel Blut. Die Story gibt keine besonders einfallreichen Plots her.

Der Soldat James Ryan (1998): Der Film dokumentiert knallhart und somit emotional ergreifend die Kriegsgräuel aus Sicht der Amerikaner während des 2. WKs, wahrscheinlich haben ihn die meisten von euch sowieso schon gesehen. Bis dahin finde ich ihn sehenswert, etwas gestört haben mich nur die überflüssige und seltsam inszenierte Endszene des alten Mannes sowie das teils sinnlose Füllmaterial, das den Film wohl für ein breites Popcornpublikum zugänglich machen sollte.

Franzi:

Heinrich von Ofterdingen von Novalis: schöner Stil, wirre Handlung. Mehr erfahrt in unserem letzten Buchklassiker-Post.

Die Physiker von Friedrich Dürrenmatt: Den Hype konnte ich nicht so ganz nachvollziehen. Die tiefgründigen philosophischen Fragen zum Zweck der Wissenschaft geben dem Werk einen Mehrwert, aber die zugegeben recht unterhaltsame Handlung mit einigen Plottwists war für mich nichts Besonderes. Kann man mal lesen, bleibt mir aber nicht nachdrücklich in Erinnerung.

Der Tod in Venedig von Thomas Mann: Während ich die bildgewaltige Sprache sowie die lebendig geschilderte Kulisse Venedigs genossen habe, fand ich die Handlung doch recht befremdlich. Der Schriftsteller Aschenbach ist in meinen Augen ein lethargischer Schnösel in den Midlife Crisis mit pädophilen Neigungen – die Handlung hat mich also nicht wirklich begeistert. Werde aber auf jeden Fall weitere Werke des Autors lesen. Was könnt ihr empfehlen?

Der Eissturm von Rick Moody: Es geht um zwei Familien mit verbotenen Liebschaften, die wegen eines Eissturms eine Nacht zusammen „eingesperrt“ sind. Sprache und Figurenzeichnung sind gehoben, aber nicht frei von Klischees. Die Handlung könnte in drei Sätzen erzählt werden und ist sehr vorhersehbar und beliebig, wird aber langatmig ausgeschlachtet. Die ständige Betonung von sexueller Perversion hat irgendwann nur noch genervt. Für mich leider noch ein Flop in diesem Monat!

Die Bestimmung – Allegiant (Teil 3): Ich bin ein Fan der Buchreihe, bei den Filmen überzeugte mich bisher nur der Auftakt. Teil drei bestätigt leider den Abwärtstrend. Das Ergebnis ist ein ganz netter Streifen mit teils kreativen, teils unglaubwürdigen Digitaleffekten und vor allem mit furchtbar oberflächlichen Protagonisten, die dem intelligenten Buchplot nicht annährend gerecht werden. Fazit: Kann man mal anschauen, muss man aber nicht. Mit dieser Meinung bin ich anscheinend nicht alleine, da der vierte Teil fürs Kino gecancelt und stattdessen eine Low-Budget-Serie daraus konzipiert wurde.

Safe (Staffel 1): Ich fand es toll, Amanda Abbington, die ich als „Mary“ aus Sherlock kannte, wieder in der Rolle der Sophie zu sehen (außerdem spielt Michael C. Hall mit, den viele von euch vielleicht aus „Dexter“ kennen). Es geht um ein idyllisches Wohnviertel, in dem ein Mädchen verschwindet und ein Junge ermordet wird – eine solide und temporeiche Rätselrate-Serie.

Was nimmst du dir für August vor?

Iris: Das mit der Meditation endlich angehen und weitere Ratgeberliteratur lesen. Achja, und nach Dublin würde ich auch gerne diesen oder nächsten Monat fliegen 🙂

Franzi: Ich beginne mein Auslandspraktikum in Dublin und habe einige Hoffnungen und Ängste. Vorerst hoffe ich, dass Gastfamilie und Arbeit in Ordnung sind. Außerdem freue ich mich auf Iris´ Besuch und hoffe, ein paar coole Unternehmungen organisieren zu können!

 Hier könnt ihr unseren letzten Rückblick vom Juni 2018 lesen.

Übrigens dürft ihr euch diese Fragen kopieren, auf uns als Quelle verlinken und damit selbst einen Monatsrückblick schreiben – wir würden uns sehr freuen, von euren Erlebnissen und Gedanken zu hören! 🙂

Wie ist euer Juli verlaufen und was nehmt ihr euch für August vor?

5 thoughts on “Quer durch 07/18

  1. Hallo ihr Zwei!
    Eure Monatsrückblicke sind wie immer die ausführlichsten die ich kenne und wahrscheinlich mag ich sie deswegen so gerne! Außerdem seid ihr einfach sehr ehrlich, was im Internet nicht immer ganz so leicht fällt. Dafür wirklich Respekt!

    Natürlich fühle ich mich sehr geehrt, dass du Iris meinen Beitrag „Sofort mehr Selbstbewusstsein“ mochtest. Es ist immer wieder schwer herauszufinden, wie seine eigenen Blogposts so bei anderen ankommen und die Verlinkung in euren Beitrag bestätigt irgendwie, dass zumindest dieses Thema irgendwo Interesse fand :).

    Nun wünsche ich euch noch einen schönen Sommer und dir Fran, natürlich einen schönen Aufenthalt in Dublin! Ich kann mir gut vorstellen, dass du unglaublich nervös bist, ich wäre es auch! Die Erfahrung in einem anderen Land zu sein, wirst du jedoch sicherlich nicht bereuen :).

    Liebe Grüße,
    Sarah

    1. Danke, liebe Sarah! Deine ausführlichen Kommentare – und natürlich deine Blogposts – freuen uns genauso sehr!
      Danke auch für deine Wünsche für Dublin! Ich bin seit gestern dort und meine ersten Eindrücke sind schon mal positiv. Bestimmt werde ich mal davon berichten. Ich habe dunkel in Erinnerung, dass du dich mal für einen Auslandsaufenthalt als Au Pair interessiert hattest, steht dieser Wunsch eigentlich noch? Oder hast du andere Pläne in dieser Richtung? 🙂

      Viele Grüße
      Franzi

  2. Hallo Franzi!
    Bitte gerne :), ich freue mich immer wieder eure Beiträge zu lesen und da ist es dann quasi schon ein Muss auch ein Kommentar dazu zu schreiben. Irgendwo muss ich mich ja auch äußern :).

    Ich bin schon sehr gespannt, was du dann so über Dublin berichten wirst! Wie du richtig in Erinnerung hattest, habe ich ein AuPair-Jahr angedacht, doch meine Pläne haben sich etwas verändert. Momentan überlege ich, ob es nicht vielleicht sogar besser wäre ein normales Austauschjahr zu machen oder zwei Semester in einem jeweils anderem Land?
    Fakt ist, dass ich in kein englischsprachiges Land möchte, da dort irgendwie alle hingehen und ich unbedingt eine 3. Sprache lernen will! Dazu bietet sich ein Auslandsjahr natürlich perfekt an :). Wie es dann wirklich wird, sehen wir dann in zwei Jahren :)….

    Alles Liebe,
    Sarah

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