Sich selbst neu erfinden – Teil 4

Nein, hierin geht es nun nicht um den abstrakten Begriff der Schönheit. Denn die liegt bekanntlich im Auge des Betrachters, bliblablubb. Jedoch gehörte die Veränderung meines Aussehens auch zu meiner Selbstneuerfindung, die ich Anfang des Jahres gestartet habe (hier alle bisherigen Beiträge zu Werten, Planung und Ordnung).

Dazu müssen wir eines vorab klar stellen: Liebe Leserinnen und Leser, ihr seid alle wunderschön, genauso wie ihr seid! Wozu über etwas grämen, das ihr eh nicht ändern könnt? Das Leben lebt sich gleich viel glücklicher, zufriedener und entspannter, wenn ihr anfangt, euch selbst mit all den „Makeln“ zu lieben.

So dachte ich lange Zeit auch. Dauerhafte Akne, hohe Stirn, langweilige Haarfarbe? So bin ich halt. Ausgeleierte T-Shirts, unbequeme Schuhe, zu enge Hosen? Hab‘ kein Budget für meine Traumkleidung und die drei Wohlstandskilos nerven zwar, aber ins Handeln zwingen sie mich auch nicht.

Könnt ihr nachempfinden, dass ich mich mit dieser Einstellung zwar selbst akzeptiere, von gefühlter Attraktivität jedoch meilenweit entfernt bin? Denn wo zieht man bei der „ich bin halt so“-Sache die Grenzen? Ich könnte auch sagen „Mein Schweiß stinkt zwar, aber ich bin halt so, deshalb brauche ich erst gar kein Deo verwenden“. Manche Leute tun dies tatsächlich und geben keinen Deut auf die Meinung anderer. Aber – und jetzt kommt’s – das ist unmöglich. Denn jeder Mensch drückt sich über seine Frisur oder Kleidung irgendwie aus. Sogar ein Mensch, der bewusst nackt und kahlgeschorenen durch die Straßen läuft, vermittelt eine Message, zum Beispiel: „Ich will nicht über Kleidung und Frisur definiert werden“.

Und wenn wir mal überlegen, wollen wir alle irgendwo soziale Akzeptanz erfahren (siehe auch die Maslow’sche Pyramide). Oder kennt ihr jemanden, der sich extra hässlich gibt, um nicht akzeptiert zu werden? Eben. Selbst Punks zeigen mit den absurdesten Frisuren ihre Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen Gruppe (siehe auch Anschlussmotivation) und rebellieren damit, aber auch sie instrumentalisieren ihr Äußeres für einen Zweck.

Was habe ich an mir verändert?

Jahrelang habe ich bei Instagram immer die wunderschönen Balayage-Frisuren anderer Frauen bewundert. Gut, ich bin zu faul für Locken und alles, was über kämmen und Pferdeschwanz hinausgeht, aber warum sollte nicht auch ich so eine schöne Haarfarbe haben? Eben. So begann ich eine haarige Rundumerneuerung.

Die Wohlstandskilos … wie lange schleppe ich sie schon mit mir herum? Wie lange kneifen schon meine Hosen unangenehm? Wie lange wollte ich endlich ins Fitnessstudio gehen? Wie lange will ich mich das noch fragen? Und so meldete ich mich im Gym an und habe Spaß am Sport und an meiner Veränderung.

Die neuesten Teile in meiner Garderobe hatte ich Anfang des Jahres seit 2013. Richtig gelesen. Den ausgeleierten Rest konnte ich selbst schon nicht mehr sehen und so mistete ich mit der Hilfe des Buches Magic Cleaning von Marie Kondo radikal aus. Nun kaufe ich mir pro Monat maximal ein wohlüberlegtes Teil (okay, manchmal auch drei), das mich glücklich macht. Vielleicht habe ich mit 30 dann mal eine schöne Garderobe zusammen, da scheitert es tatsächlich gerade einfach am studentischen Budget.

Bezüglich meiner Akne kann ich nicht viel ausrichten, weshalb ich mich unter anderem, nicht hauptsächlich, weiterhin gerne mit Make-up beschäftige und hier und da ein paar Vorzüge hervorhebe und andere Sachen kaschiere. Und? Meine Einstellung dazu habe ich schon mal im Blogpost Künstlich vs. natürlich festgehalten.

Auswirkungen & Appell

Alles in allem fühle ich mich 1. selbstbestimmter, 2. attraktiver und 3. auch selbstsicher. Es ist ja nicht so, dass ich mich im Naturzustand hässlich finde, aber mit meinen kleinen Veränderungen fühle ich mich nun einfach schöner und kann deswegen selbstsicherer agieren. Was spricht da dagegen? Aufhören mit der achselzuckenden Selbstqual und anfangen mit der langersehnten Erneuerung! Ich möchte euch also mitgeben, dass Selbstakzeptanz und Selbstliebe am Anfang stehen und ihr anschließend trotzdem die Wahl habt, inwiefern ihr euch nach außen ausdrücken wollt.

Stimmt ihr mir zu oder seid ihr abweichender Meinung? Gerne her damit! Was habt ihr schon mal an euch verändert?

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