Mit Komplimenten umgehen

Wem von euch sind Komplimente auch manchmal so richtig unangenehm? Willkommen im Club der verlegenen „Hm, naja, danke“-Stotterer. Ich glaube, jeden trifft ein Lob mal unvorbereitet. Wer aber partout keine Anerkennung annehmen kann, sollte – ihr habt´s euch sicherlich schon gedacht – an seinem Selbstwertgefühl arbeiten. Das sagt sich so leicht, aber wie kann man eigentlich konkret besser mit (ernst gemeintem) Lob umgehen? Da mir das mittlerweile leichter fällt als früher, habe ich mir überlegt, wie ich früher typischerweise darauf reagiert habe, woran das lag und was ihr stattdessen tun könnt.

  • „Ach, hör schon auf. Dafür kann ich xy überhaupt nicht.“
    Problem: Mit dem negativen „Ausgleich“ relativiert ihr das Kompliment. Vermutlich glaubt ihr, das Lob nicht zu verdienen und diese vermeintliche Ungerechtigkeit aus der Welt räumen zu müssen. Außerdem wollt ihr nicht überheblich wirken, wenn ihr es annehmt.
    Tipp: Erinnert euch daran, warum das Gegenüber euch das Kompliment macht: Nur selten steckt Kalkül dahinter, meistens ist es eine nett gemeinte Geste. Also warum sollte man negativ auf etwas Positives reagieren? Ein freundliches „Danke“ wirkt alles andere als arrogant!
  • „Danke, aber eigentlich ist es so, dass…“
    Problem: Vielleicht wollt ihr euch gar nicht unbedingt schlecht machen, sondern einfach eure Sicht der Dinge darlegen. Gleichzeitig sprecht ihr aber dem Gegenüber seine Meinung ab, indem ihr sie nicht einfach so stehen lasst.
    Tipp: Ihr seid anderer Ansicht über eure furchtbare Frisur oder die angeblich gute Leistung auf der Arbeit? Das ist okay, ihr könnt das als „Ich finde…“-Satz äußern. Versucht aber nicht, euer Gegenüber vom Gegenteil zu überzeugen, als handle es sich um eine Tatsache. Schließlich hat er ein Recht auf seine positive Meinung!
  • „Deine Bluse sieht aber auch schön aus!“
    Problem: Wenn euer Kompliment ernst gemeint ist, ist alles okay. Aber vielleicht kennt ihr die Situationen, in denen ihr nach dem Lob (z.B. für eure Bluse) fieberhaft das Gegenüber mustert, um etwas zu finden, das euch halbwegs gefällt und dann erleichtert hervorzustoßen: „Deine auch!“ – Geht´s unglaubwürdiger?
    Tipp: Glaubt nicht, dass ihr eine Gegenleistung für ein Lob erbringen müsst. Seht es als Geschenk und gebt es vielleicht bei Gelegenheit einmal zurück.
Mit Komplimenten umgehen
Es gibt Manipulation und Schleimerei. Es gibt aber auch ernstgemeinte Komplimente, die wir dankbar annehmen dürfen!

Loben zieht nach oben!

Es spielen bestimmt noch mehr Aspekte eine Rolle, z.B. von wem das Kompliment in welcher Situation kommt.  Manchmal steckt auch Manipulation dahinter oder man empfindet es als Grenzüberschreitung (wer will schon von einem Unbekannten für eine vermeintliche Charaktereigenschaft bewertet werden?). Grundsätzlich ist ein Lob aber etwas durchweg Positives und als solches sollten wir es auch dankbar annehmen. Vor allem, wenn es nicht um Oberflächlichkeiten geht, sondern um innere Werte. Zum Abschluss ein Kompliment an euch Leser: Danke, dass ihr den Blogpost gelesen und vielleicht darüber nachgedacht habt! Na, wie fühlt ihr euch jetzt damit?

Könnt ihr mit Komplimenten umgehen bzw. wovon hängt das ab? War das früher anders? Vergebt ihr selbst gerne Komplimente?

Bilderquelle: Pixabay

3 thoughts on “Mit Komplimenten umgehen

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