Mein Dankbarkeitsheft

Ihr kennt das bestimmt: Der Alltag hat euch im Griff, ihr hetzt durch Termine und habt höchstens einige Highlights im Blick. Wann wart ihr zuletzt für die kleinen Dinge des Lebens dankbar?

Auf diese häufig gestellte Frage folgen meist abgedroschene Phrasen über Gesundheit, Familie oder Wohlstand. Doch sobald ihr euch keine Gedanken mehr über diese Dinge macht, verschwinden sie aus dem Bewusstsein und haben keinen Einfluss mehr auf euer momentanes Wohlbefinden. Daher griff ich eines Sonntagabends vor drei Wochen zu diesem Heftchen, malte mit meiner begrenzten Anzahl an Farbstiften darauf herum (ich wollte es einladend gestalten, natürlich ist designtechnisch aber noch Luft nach oben!) und begann, es täglich mit drei konkreten Punkten zu füllen, für die ich dankbar war.

Bevor ich euch erzähle, was ich hineingeschrieben habe, vorab noch zwei Gedanken: Erstens meine ich mit „dankbar“ ein zufriedenes, inneres Gefühl, aber keine Adressierung an einen Gott oder an eine höhere Macht. Viele Punkte, die ich notiere, geben eher Antwort auf die Frage „Was fand ich heute gut?“ oder „Worauf bin ich stolz?“ und das ist für mich auch okay. Zweitens überlegte ich, ob ich statt eines Dankbarkeitsheftes eher ein Reflexionsbüchlein ins Leben rufen sollte, in dem ich als eine Art Tagesrückblick auch die negativen Dinge aufliste, um sie zukünftig besser machen zu können. Ich verwarf den Gedanken aber, da es mir vorrangig darum geht, durch das Heft ein positives Gefühl zurückzubehalten. Für alles andere habe ich ja außerdem mein Tagebuch. Wie wäre das bei euch? Wie würdet ihr so ein Positiv-Heftchen nennen und impliziert Dankbarkeit für euch einen Adressaten? Findet ihr, auch negative Begebenheiten gehören dazu?

Dankbarkeitsheft
Ein paar Verschönerungen (die die Handlettering-Profis unter euch sicherlich besser hinbekommen) machen gleich mehr Lust, in das Heft hineinzuschreiben!

Nach drei Wochen ist es nun Zeit für ein Zwischenfazit! Was steht denn so in meinem Heftchen? Ich habe mal eine Auswahl aus meinen Stichpunkten für euch nach Kategorien sortiert:

Studium/ Job:

  • Referatsthemen für nächste Woche halbwegs interessant
  • Filmdreh macht Spaß und läuft gut
  • Arbeit fällt diese Woche wegen Überstunden aus
  • Interessante Exkursion zu Lokalradio

Sport/ Outdoor:

  • Schönes Sommerwetter
  • Tolle Inlinertour am Main
  • Neue Liegestütz-Variante geschafft
  • Mit Tierheimhunden spazieren gegangen

Bücher:

  • Schöne Buchhandlung in der Stadt entdeckt
  • Fantasy-Reihe von Peter V Brett geschafft – nicht immer einfach!

Essen:

  • Tafel Schokolade gegönnt
  • Heute nur gesund gegessen
  • Eisdiele mit mega Ananas-Eis entdeckt

Blog:

  • Selber hosten funktioniert endlich!
  • Mit Blogpost zufrieden

Zwischenmenschliches/ Zustand:

  • Nachbar meinte, ich sei jetzt viel offener/nahbarer als im ersten Semester
  • Lustiger Abend in Wohnheimkneipe
  • Schöner Besuch von meinem Bruder und seiner Familie
  • Ein Treffen abgesagt und mich alleine sehr wohl gefühlt
  • Kein Wunsch an Iris zu meinem Geburtstag, weil unsere Freundschaft schon das allerbeste Geschenk im Leben ist
  • Mir geht es gut und ich bin gesund!
Dankbarkeitsheft
Es gibt so viele Dinge, für die ihr dankbar sein könnt. Schreibt das mal auf und sammelt es nach ein paar Wochen – eine wahre Goldgrube!

Diese Ansammlung positiver Dinge zu sehen, macht mich spontan wirklich glücklich. Bei diesem Heftchen heißt Zurückblättern nicht, in der Vergangenheit festzuhängen. Denn es sind ja nur drei kurze Stichpunkte pro Datum. Stattdessen erinnere ich mich viel besser an all die „positive vibes“ in meinem Alltag. Hätte ich mir sonst gemerkt, dass ich vor drei Wochen Inliner gefahren, ein leckeres Eis gegessen oder ein Kompliment von einem Mitmenschen erhalten habe? Bestimmt nicht! Mein Fazit also zum Experiment Dankbarkeitsheft? Ich bin dankbar für diese Entscheidung!

Habt ihr schon einmal aufgeschrieben, wofür ihr dankbar seid? Hatte das eine positive Auswirkung auf eure Zufriedenheit?

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