Five Year Memory Book

Wisst ihr, was ich richtig interessant fände? In einem Jahr noch zu wissen, was ich heute gemacht habe. Oder in drei. Oder in fünf. Allerdings bin ich der wohl schreibfaulste Mensch auf Erden und mag es gar nicht, in meine Vergangenheit zu blicken. Was tun?

Abhilfe schafft da mein Five Year Memory Book, das ich seit September 2017 führe. Für alle, die das Prinzip dahinter noch nicht kennen: Es ist eine Art Mini-Tagebuch mit fünf leeren Absätzen pro Seite, eine Seite entspricht einem Tag. So könnt ihr über fünf Jahre hinweg jeden Tag einen Absatz füllen, umblättern und im Jahr darauf, wenn ihr wieder dieselbe Seite aufschlagt, etwas in den darunterliegenden schreiben.

five year memory book
Auf jeder Seite gibt es eine süße Zeichnung, die ich allerdings nie wahrnehme 🙂

Wie erwähnt, hege ich eine starke Abneigung gegen alles Handschriftliche. Es ist zwar nostalgisch und notwendig, aber ich bin so extrem schreibfaul, dass ich nur lustlos rumschmiere und meine eigene Schrift nicht mehr entziffern kann. Ja, das war schon immer so, denn wozu Zeit für schöne Buchstaben verschwenden, wenn ich genauso gut effizient schreiben kann?

Tagebücher würden für mich also niemals in Frage kommen. Ich habe es auch schon einmal digital versucht, aber wisst ihr was? Eigentlich habe ich gar keine Lust, mich täglich oder wöchentlich mit meinen Gedanken auseinanderzusetzen. Und ich blättere auch nicht gerne in alten Gedanken von mir, vor allem, da diese oft sehr ausschweifend sind. Auch zur Beruhigung oder Entscheidungshilfe, wie sie Fran in ihrem Beitrag 10 Gründe, ein Tagebuch zu führen beschreibt, benötige ich keine Verschriftlichung.

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Mein kunterbuntes Five Year Memory Book passt perfekt zum Chaos auf dem Schreibtisch!

Das Five Year Memory Book ist da ein gutes Zwischending zwischen ganz kurz innehalten und wenig-schreiben-müssen. Oft schreibe (okay: schmiere) ich meinen Tagesablauf, den aktuellen Gesundheitszustand und irgendeine mir wichtig erscheinende Anekdote hinein. Das kann ich mir gerade noch abverlangen, allerdings nicht mal abends, sondern erst am nächsten Morgen, wenn ich eh meinen anderen Planer inspiziere. Ich habe also selbst diesem kleinen Büchlein gegenüber noch ambivalente Gefühle und sehe es als eine lästige Pflicht an, es auszufüllen. Aber die Neugierde auf den Effekt, nächstes Jahr von meinen Taten und Gedanken zu lesen, lässt mich daran festhalten.

Weil ich mich selbst nicht ganz so ernst nehme und euch ebenfalls ein bisschen erheitern möchte, habe ich ausnahmsweise mal zurückgeblättert und meine lustigsten Sätze herausgegriffen:

  • „Beim Duschen vergessen, die Haare zu waschen.“ Okay, kann mal passieren. Muss auf jeden Fall festgehalten werden!
  • „Hab‘ keine Lust auf Sport. Fühle mich aber schwabblig.“ Hm, fällt euch dazu noch irgendein sinnvoller Kommentar ein, der nicht die Worte „selbst schuld“ und „Arschtritt“ enthält?
  • „Viel Wäsche gewaschen. Bin aber ausgeglichen, müde & zufrieden.“ Na, wer erkennt diesen logisch-semantischen Zusammenhang? Ich nicht.
  • „Frühs joggen gewesen! Krass.“ In der Tat. Was andere täglich ohne Gemurre absolvieren, ist für mich „krass“?!
  • „Abendessen war echt eklig. Am besten kaufe ich keine Auberginen mehr.“ Hoffentlich, denn das nehme ich mir schon seit zwei Jahren vor und tue es trotzdem immer wieder!
  • „Nur aufdringliche Typen, echt antifeministische Kackscheiße.“ Klingt doch nach einem tollen Discobesuch, oder etwa nicht?

Kennt ihr Five Year Memory Books? Was genau schreibt ihr dort hinein? Seid ihr Tagebuch-Fans?

7 thoughts on “Five Year Memory Book

  1. Sehr cool, dass du jetzt auch ein Memoy book führst! Dass man sich anfangs aufmuntern muss auch nicht damit aufzuhören, kann ich gut nachvollziehen… aber glaube mir mit der Zeit wird das Tagebuch zur reinsten Routine (und zwar zu einer positiven Routine) :).

    1. Hi Sarah,

      erst mal sorry, unsere Kommentare hier liefen seit März direkt in den Papierkorb!

      Du warst ja meine Inspiration und Lehrmeisterin in Sachen Five Year Memory Book! 🙂 Im September 2017 habe ich dann auch damit angefangen und noch keinen Tag verpasst. Allerdings stellt sich immer noch keine Routine ein, es bleibt leider bei einem genervten „nicht schon wieder …“. Aber ich bleibe dran!
      Hattest du denn schon besondere positive Erlebnisse damit oder konntest dir sonstige Erkenntnisse daraus ziehen?

      Liebe Grüße
      Siri

      1. Hey Siri,

        Mein WordPress spinnt im Moment auch, da es mir nicht möglich ist auf dieses Kommentar zu antworten, ohne die Nachricht zu bekommen ich hätte dies schon getan :(. Nun schreibe ich also alles schon zum 3. Mal…

        Es freut mich, dass ich dich mitreißen konnte & du nun auch schon mehr als ein halbes Jahr ein One line a day Journal führst :). Mach weiter so & lasse dich von deinen „Nicht schon wieder..:“-Gedanken nicht abbringen :)!

        Nach frühestens einem Jahr hat man mit dem Journal nämlich häufig tolle Erfahrungen. Immerhin weiß man dann, was man genau ein Jahr zuvor gemacht hat. An alte schöne Erinnerungen kann man sich noch einmal zurückerinnern und die negativen Erlebnisse besser abschließen.

        Liebe Grüße,
        Sarah

    1. Hello!
      Tut mir leid, dass ich mich so spät melde, die Kommentare sind direkt in den Papierkorb gelaufen 🙁

      Freut mich, dass ich dich damit erheitern konnte 😀 Ich habe das über Amazon bestellt, hier ist der Link: https://www.amazon.de/gp/product/1452113718/ref=oh_aui_detailpage_o00_s00?ie=UTF8&psc=1

      Bislang bleibt es leider bei kurios-genervten Sätzen, aber dann kann ich mich in ein paar Jahren immerhin selbst auslachen!

      Liebe Grüße
      Siri

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